Faszinosum der menschlichen Kultur: Karawanen
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Faszinosum der menschlichen Kultur: Karawanen

21. Dezember 2011

Eine der vielen Karawanen

Eine der vielen Karawanen

Eines der faszinierendsten kulturellen Phänomene im Bereich der Wüste Sahara, allerdings nicht nur hier, sind Karawanen. Der Name stammt übrigens nicht aus dem Arabischen oder einer schwarzafrikanischen Sprache, sondern aus dem Persischen, und seine eigentliche Bedeutung ist dann doch etwas überraschend: Geschäftsschutz. Karawanen waren lange Zeit die einzige Möglichkeit, in den unwirtlichen Regionen Mittel-Afrikas, Nordafrikas und im Nahen Osten Handel zu treiben. Auch wenn sie in vielerlei Hinsicht von modernen Transportmitteln abgelöst wurden, so sind die Karawanen doch noch nicht ausgestorben.

Typisch ist für Karawanen, dass sie aus hunderten bis zu Eintausend Kamelen bestehen, aber auch Pferde und Esel werden und wurden zum Transport genutzt. Hierin schlossen sich meist diverse Händler mit unterschiedlichen Gütern zusammen, die am Zielort verkauft werden sollten. Endlos weite Wege wurden dafür in Kauf genommen, weshalb die Tiere auch meist schwerbeladen waren.

Bekannteste, auch heute gerne noch bereiste Routen waren die Seidenstraße in Ostasien bis zum Mittelmeer sowie die Weihrauchstraße vom südlichen Arabien ebenfalls bis zum Mittelmeer.

Karawanen auch heute noch genutzt, aber immer seltener

Nicht nur im Niger gibt es auch heute noch Karawanen, dort aber haben sie weiterhin einen hohen Stellenwert. So werden einige Oasen auch heute noch regelmäßig von Karawanen angesteuert, die nicht allein touristischen Zwecken wegen noch betrieben werden.

Da aber auch früher schon Handelsschiffe wesentlich mehr Güter transportieren konnten, wurden immer mehr klassische Karawanenwege dort, wo es möglich ist oder war, durch Handelsschiffsrouten ersetzt. So ging Stück für Stück eine Tradition verloren, die heute nur noch in geringen Überbleibseln vorhanden ist — sofern man touristisch motivierte Karawanen nicht als echte Karawanen anerkennen will, wozu es gut Gründe gibt. Zwar finden diese ebenso regelmäßig statt, dienen aber nur noch einem Selbstzweck und sind somit weniger authentisch.

Das stört die Teilnehmer an einer derart motivierten Karawane in aller Regel aber kaum, zu verlockend ist es, einmal selbst an einer derartigen Aktion quer über einen Kontinent oder von Meer zu Meer dabei gewesen zu sein.

Creative Commons License photo credit: Claus Rebler


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