Die Lüge von der guten Tat beim Kleiderspenden
14. Dezember 2011| Tweet |
Der Anteil der Kleidungsstücke, der in Deutschland an Bedürftige geht, ist marginal. Nur die wenigsten jener, die es brauchen könnten, nehmen dies in Anspruch. Stattdessen wird ein Großteil der Kleiderspenden in Entwicklungsländer transportiert, wo er wiederum nicht verschenkt, sondern verkauft wird. Denn hinter all den Organisationen, die ihren guten Namen und ihr Logo bereitstellen, wartet ein auf diesen Verkauf spezialisiertes Unternehmen.
Das hat kein Interesse daran, irgendetwas zu verschenken, sondern will ganz simpel möglichst viel Profit machen. Nicht nur nach Afrika, auch in die Länder in Osteuropa gehen die Kleiderspenden, und werden zu gutem Geld gemacht. 60 Prozent der Waren landen allerdings tatsächlich in Afrika, nicht umsonst ist der Beitrag mit einem Bild eines Marktes in Tansania bebildert — und verhindert dort den Aufbau einer einheimischen Textilindustrie.
Tansania einer der zentralen Zielorte für die Kleiderspenden
Denn Dar-Es-Salam mit seinem riesigen Hafen ist einer der Hauptumschlagplätze für die Container voller Kleidung. 50 Container kommen hier allein pro Monat legal an — die illegalen Kleidercontainer noch nicht mitgezählt.
Nicht erstaunlich, dass sich die Zentrale des Deutschen Roten Kreuzes zu diesem Thema nicht äußern will. Sie sind aber nicht die einzigen Beteiligten: Eigentlich alle offiziellen Kleidersammler machen mit. Das sind neben dem DRK auch noch Malteser, die DLRG und die professionellen Kleidersammler natürlich ohnehin.
Wen genauere Fakten interessieren, wie man mit einer eigentlich gut gemeinten Spende in Sachform das Leben in Afrika komplizierter macht, der sollte sich den Artikel bei der ZEIT zu Gemüte führen: Das Kilo für 1,20 Dollar.
photo credit: xBasti1102
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Schlagworte: Container, Dar-es-Salam, Kleiderspende, Textilien, Textilwirschaft




