Präsident von Gambia fantasiert
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Präsident von Gambia fantasiert

8. Dezember 2011

Gegen AIDS hilft kein Handauflegen

Gegen AIDS hilft kein Handauflegen

Zum heutigen Welt-AIDS-Tag eine besonders krude Meldung aus dem Reich der Irren: Yahya Jammeh, der Präsident des westafrikanischen Staates Gambia, fabuliert trotz einer zeitweisen Ausbildung in den USA darüber, dass er AIDS und auch noch andere Krankheiten durch Handauflegen heilen könne. Manchmal ist eben kein Kraut gewachsen gegen die Allmachtsphantasien von Geistern, welche schon länger einen Staat beherrschen und immer seltener Widerspruch dulden müssen. Ob es ihm wirklich nur an Wissen oder doch an geistiger Gesundheit mangelt, ist von außen nicht zu beurteilen, allerdings legen seine weiteren Äußerungen doch die letztere der beiden Alternativen nahe.

Zunächst versprach er den etwa 20.000 HIV-Infizierten im Lande, sie durch Handauflegen zu heilen. Einzig die antiviralen Medikamente müssten diese Menschen aufhören einzunehmen. Eine Heilfähigkeit, die er schon länger besitze, aber erst jetzt zum Einsatz bringen dürfe. Wer ihn dazu legitimiert habe, dürfe er nicht verraten. Alleine diese Äußerungen lassen schon auf eine Psychose schließen, dann greift er aber noch weiter in die Vollen.

Als eine ausländische Wissenschaftlerin den Verdacht äußerte, dass dies unmöglich sei, weil die auf diese Weise behandelten natürlich weiterhin das HI-Virus in sich trügen und verbreiten könnten, ließ er diese des Landes verweisen. Eine regierungsnahe Zeitung in Gambia betitelte das als “unverantwortlich”. Allerdings nicht die Ausweisung, sondern die Äußerungen der Wissenschaftlerin.

Doch damit nicht genug. Nicht nur AIDS glaubt Yahya Jammeh heilen zu können. Auch Diabetes steht auf seiner Liste. Als von Parlamentariern in Gambia seine geistige Gesundheit in Zweifel gezogen wurde, entgegnete er ihnen, dass er mit einem einzigen Blick in die Augen eines Menschen dessen Todeszeitpunkt voraussagen könne.

Ob er ansonsten den Staat noch in angemessener Weise führt, ist uns nicht bekannt. Es ist allerdings erstaunlich und erschauderlich, dass er trotz all dieser Äußerungen zuletzt für ein dritte Amtszeit als Präsident von Gambia gewählt wurde. Auch wenn vielleicht das Wissen um kulturelle Besonderheiten Gambias fehlt: Es ist unverantwortlich, HIV-Infizierte zum Abbruch ihrer antiviralen Therapie zu drängen.

Creative Commons License photo credit: jemsweb


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