Äthiopien will Bevölkerungswachstum stoppen
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Äthiopien will Bevölkerungswachstum stoppen

7. Dezember 2011

Scheinbar unaufhaltsam ist die Bevölkerungszunahme in Äthiopien

Scheinbar unaufhaltsam ist die Bevölkerungszunahme in Äthiopien

In einer Hinsicht verfügt Äthiopien innerhalb des afrikanischen Kontinents über eine Sonderstellung: In keinem anderen Land Afrikas ist es Frauen erlaubt, eine Schwangerschaft durch Abtreibung zu beenden. Erstaunlich, da Äthiopien ansonsten nicht gerade als Vorreiter von modernen Entwicklungen gelten kann. Nicht erst seit die Weltbevölkerung in den letzten Wochen die 7-Milliarden-Marke gerissen hat ist bekannt, dass das Wachstum der Menschheit immer noch groß ist. Insbesondere in wirtschaftlich schwächeren Ländern ist dies insofern ein Problem, als nicht alle neuen Bürger des Landes ernährt werden können, von adäquater medizinischer Betreuung ganz zu schweigen. Es gibt die sogenannte “bottom billion”, als die untere Milliarde Menschen, die durchschnittlich von weniger als 1000 US-Dollar pro Jahr leben muss.

Kein erstrebenswerter Zustand, die Verhältnisse weiter zu dramatisieren. Das denkt auch die äthiopische Regierung, und hat deshalb Schritte ergriffen, die eine staatlich kontrollierte Abtreibung für die Frauen Äthiopiens (relativ) problemlos möglich machen. Dazu kommt auch noch ein ebenso wünschenswertes Programm zur Aufklärung und Verbreitung von Verhütungsmethoden.

Je weniger Kinder eine Familie hat, desto mehr Mittel bleiben über, die in die Bildung eines jeden Kindes investiert werden kann. Deshalb glauben Experten, dass eine Senkung der Geburtenrate ein probates Mittel ist, um die wirtschaftliche Entwicklung voranzubringen. In Afrika bekommt jede Frau durchschnittlich 5 Kinder — in Europa sind es 2,3.

Oft extrem jung sind die Frauen, die in Äthiopien nun dieses staatliche Angebot annehmen: Die meisten sind zwischen 15 und 18 Jahren alt. In den letzten Jahren zeigt dieses Angebot die gewünschten Früchte: Hinter Südafrika, Gabund und Dschibuti besitzt Äthiopien mittlerweile die viertniedrigste Geburtenrate des gesamten Kontinents. Das war auch dringend nötig geworden, denn seit 1950 hatte sich die Bevölkerung im Land vervierfacht — ohne dass Wirtschaftskraft, Infrastruktur und Arbeitsmarkt entsprechend mitgewachsen wären.

Creative Commons License photo credit: AJC1


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