Wie einfach Entwicklungshilfe sein kann am Beispiel eines Dorfs in Malawi
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Wie einfach Entwicklungshilfe sein kann am Beispiel eines Dorfs in Malawi

30. November 2011

Wie einfach es sein kann, zu unterstützen

Wie einfach es sein kann, zu unterstützen

Die Summe ist schier unfassbar: 2,3 Billionen US-Dollar wurden seit dem Ende der Kolonialzeit nach Afrika als Hilfsgelder transferiert. Warum kommt der Kontinent an vielen Stellen trotzdem nicht vorwärts? Eine Frage, zu deren Antwort es unterschiedliche Auffassungen gibt. Grob könnte man zwei Lager unterscheiden: Jene Aktivisten, welche Hilfen von oben herab verordnen wollen, weil sie zu wissen glauben, welche Maßnahmen notwendig sind, um die darbenden Staaten und Wirtschaften aufzupäppeln. Auf der anderen Seite die Gruppierungen, die man “Sucher” nennt, denn sie suchen konkret vor Ort, woran es mangelt, wollen die ärgsten Probleme direkt beheben und so zu dauerhaftem Fortschritt beitragen.

Welche Parteien von beiden nun eher im Recht ist, unter anderem das war das Ziel einer Aktion, die Jeffrey Sachs, einer der “Sucher”, ein Optimist und quasi ein Star unter den Entwicklungshelfern, einleitete.

12 ausgewählten Dörfern stellten er und seine Unterstützer die nötigsten Mittel bereit, die sich manchmal in so ganz, ganz winzigen Dingen erschöpfen wie einem Moskitonetz. Wer unter einem Moskitonetz schläft, dessen Risiko einer Malaria-Erkrankung fällt deutlich. Oder es wird Düngemittel bereitgestellt, welches den Bauern, die in Subsistenzwirtschaft leben, oft zu teuer war. Schon steigen die Erträge ihrer Äcker, plötzlich ist die Ernte doppelt so umfangreich wie zuvor und es bleiben Gelder über, um selbst zu investieren.

Für kleine Fortschritte bedarf es nur wenig

Zum Beispiel in ein Fahrrad, um die eigenen Produkte auf weiter entfernten Märkten verkaufen zu können. Zum Beispiel in eine neue Hütte, damit man nicht in der selben Hütte essen und kochen sowie schlafen muss. Was die Konzentration der Kinder im Unterricht fördert, welcher ebenfalls von Sachs’ Leuten ermöglicht wird.

Es ist faszinierend zu sehen, wie effektiv diese wenig aufwändigen Maßnahmen ganz schnell Wirkung zeigen — teilweise nach nur einer Saison und einer weiteren Ernte.

Früher hatte sich Entwicklungshilfe allzu häufig in viele einzelne Aktivitäten zerfasert, welche für sich genommen begrüßenswert, am Ende aber nicht wirksam waren. So standen sich viele Projekte gegenseitig im Weg. Oder bestimmte Voraussetzungen zum Betrieb geschaffener Einrichtungen blieben nur so lange erhalten, wie die Entwicklungshelfer vor Ort waren. Quasi mit der Gießkanne wurde Geschenke über dem Kontinent augeschüttet, die aber nicht in die vor Ort existierenden Systeme eingriffen.

Bleiben die anfänglichen schnellen Erfolge nachhaltig erhalten?

Mit Sachs’ Experiment, das allerdings noch nicht abgeschlossen ist, könnte der Beweis geführt werden, dass Entwicklungshilfe “unten” ansetzen muss. Die Lebensbedingungen der Menschen in vielen armen Regionen Afrikas (denn die 12 Dörfer befinden sich in den unterschiedlichsten Staaten Afrikas) im Kleinen verändern, auf dass sie aus sich heraus zu mehr Stabilität wachsen können, Ersparnisse anlegen, die auch über eine Dürre hinweghelfen und am Ende des Tages Unabhängigkeit von Hilfsleistungen erreichen können.

Wie nachhaltig die Wirkung des Experiment von Jeffrey Sachs sein wird, zeigt sich allerdings erst in mittelfristiger Zukunft. Denn erst in fünf Jahren werden sich die Helfer aus ihren 12 Millenniumsdörfern zurückziehen. Und dann wird man sehen, ob diese auch auf eigenen Füßen stehen können.

Über all dies berichtet die Zeitschrift “brand eins”. Die neue Herangehensweise von Sachs ist extrem spannend zu lesen, auch im Detail. Wer also ein paar Momente Zeit aufbringen kann, der sollte sich den Artikel “Man kann das kaum in Worte fassen” bei brand eins nicht entgehen lassen.


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1 Kommentar »

  1. Der “Afrika Spezialist” der Columbia University wohnt in in einem Haus in New York, das ein Arbeitgeber für acht Millionen Dollar (New York Times:”A house fit for a king”)und denkt über die Armut in der Welt nach. Viele Afrikaner, die auf dem Kontinent leben oder lebten halten die Ideen von Sachs für menschenfeindlich, weil sie ganze Regionen aus dem Gleichgewicht bringen. Er sollte mehr mit den Bedürftigen reden statt mit den Mächtigen. Diese zynischen Eliten haben die Länder erst heruntergewirtschaftet.Die Falle in der sich Afrika befindet sind verantwortungslose Regierungen, die sich nicht um Menschenleben scheren und nur in die eigene und die Tasche ihrer Anhänger wirtschaften.
    Volker Seitz, Autor “Afrika wird armregiert”

    Kommentar by Volker Seitz — 30. November 2011 @ 12:41

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