Marokko wählt am 25. November
23. November 2011| Tweet |
Gespannt ist man nicht nur in Marokko, auch die Weltöffentlichkeit schaut auf das von der Ausrichtung her westlichste Land in Nordafrika, wie und ob die vom König angebotenen und umgesetzten Reformen sich auf die Politik im Lande auswirken werden. Denn nach dieser Wahl wird der Ministerpräsident nicht mehr vom König bestimmt, sondern vom Parlament, dessen Zusammensetzung sich natürlich aus dieser Wahl ergibt.
Der hatte diese und weitere Zugeständnisse gemacht, als im Zuge der Arabellion auch in Marokko Stimmen nach mehr Demokratie und weniger Korruption laut wurden. Zwar bleibt der König nach der neuen Verfassung derjenige, der das letzte Wort in allen wichtigen Fragen hat, er wird aber einiges an Autonomie an das Parlament abgeben — zumindest auf dem Papier.
Ob die Gründe für die niedrige Wahlbeteiligung 2007 darin lagen, dass die Menschen in Marokko so zufrieden mit der Politik des Königs sind, oder darin, dass sie glauben, dass sich letztlich ohnehin nichts ändert, ist natürlich von hier aus nicht zu entscheiden. Eine Wahlbeteiligung von etwa nur einem Drittel der Bürger könnte aber auch in infrastrukturellen Problemen oder aber mangelnder Bildung begründet sein. Fakt ist: Am 25. November bestimmen die Marokkaner zum ersten Mal selbst jene Leute, die schließlich den Ministerpräsidenten wählen werden. Klingt nach Fortschritt, ob es einer ist, bleibt abzuwarten.
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Schlagworte: Demokratie, König Mohammed VI., Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung, Präsident, Regierung, Wahlbeteiligung, Wahlbezirke, Wahlen




