Fast alles über Kamele
2. November 2011| Tweet |
Als typisch angesehen wird der Höcker eines Kamels. Dabei speichert er gar nicht, wie allgemein angenommen, Wasser zur späteren Nutzung. Vielmehr besteht der Höcker aus Fett, das in großen Reserven in diesem Höcker angelegt wird. Beim Abbau des Fetts, wenn Bedarf an seiner Nutzung vorliegt, entsteht allerdings auf chemischen Wege tatsächlich Wasser.
Die Augen des Kamels besitzen besonders lange Wimpern, wenn es (sand-)stürmt, wird der Tränenfluss verstärkt, so dass immer Schutz gegen das Eindringen von Sand besteht. Der wird noch begünstigt dadurch, dass die Augen vergleichsweise klein sind.
Wenn es in der Umgebung besonders heiß ist, kann das Kamel seine Körpertemperatur selbst anheben und bis auf 42°C steigen lassen. Ein Mensch würde bei solch einem Fieber kaum noch leistungsfähig sein, einem Kamel hilft es aber dabei, statt zu schwitzen weiter Wasser einzusparen. Bemerkenswert.
Das Magensystem der Kamele kann in ganz kurzer Zeit über 200 Liter Wasser aufnehmen. Natürlich eine der besten Voraussetzungen, um das seltene Zusammentreffen mit Wasserstellen zu nutzen, sich für längere Reisen zu versorgen. Dieses gespeicherte Wasser kann bei Bedarf dann wieder abgerufen werden, auch wenn weit und breit keine Wasserquelle zu finden ist. Der wohl entscheidende Faktor für die besonderen Fähigkeiten von Kamelen als Bewohner der Sahara.
Kühlung in der Nase, Fettspeicher im Höcker, belastbarer Kreislauf
Die Nase und das Atmungssytem besitzen einen Muskel, der die Nüstern bei Sandsturm schließen kann (!) und zudem liegt hinter dem direkten Lufteingang in der Nase ein ausgeklügeltes Kühlsystem, das durch die Zirkulation der Luft und durch die Nutzung des Wasserdampfs der ausgeatmeten Luft dazu beiträgt, Blut und Gehirn des Kamels zu kühlen.
Die Füße des Kamels sind per se gespreizt, so dass das Einsinken in den Wüstensand verhindert wird, darunter befindet sich aber noch eine extradicke Hornschicht, die gegen die enormen Temperaturen des Sandes schützt.
Eine der wichtigsten Einrichtungen eines Kamel-Organismus, die dem Menschen fehlt, ist aber wohl die Tatsache, dass Kamele auch Salzwasser trinken können und salzhaltige Pflanzen verdauen können. Durch besondere Leistungen der Nieren von Kamelen ist es ihnen möglich, auch aus diesen Einnahmen für sie verwertbares Wasser zu gewinnen.
Anders als der Mensch können Kamele auch Salzwasser verarbeiten
Wie man sieht, ist das Kamel ein rundum perfekt ausgerüstetes Lebewesen, dass auf das Leben in der Hitze der Sahara (und natürlich vieler anderer Wüsten in Afrika und auf der Welt) eingestellt ist, denn die hier aufgezählten Fakten waren noch nicht einmal alle, die das Kamel auszeichnen.
Interessanterweise stammt es übrigens auch gar nicht aus Afrika, sondern aus Asien. Kamele sind derart anpassungsfähig, dass sie nicht nur in den extremen Bedingungen der Wüste leben, sondern auch in Bergregionen bis über 5.000 Metern Höhe. Trotz ihrer meist unwirtlichen Aufenthaltsorte werden Kamele 40 bis 50 Jahre alt.
Das könnte auch interessieren:
» Bestes Entdecker-Blog für Namibia: Touring-Afrika.de!
» Komoren: Flüchtlingsboot gesunken, viele Menschen gerettet
» Mali: Proteste gegen Übergangsregierung
» Mit Ben Stiller: "Madagascar 3" feiert Premiere in Cannes
» Wie verhält man sich im Restaurant in Südafrika?
Schlagworte: Asien, Augen, Fieber, Höcker, Kamel, Kamele, Kamelkarawane, Kamelreiten, Kreislauf, Kühlsystem, Nüstern, Sahara, Sandsturm, Wasserspeicher, Wüstensand




