Südafrika: Drama bei Afrika-Cup-Qualifikation
11. Oktober 2011| Tweet |
In der Qualifikationsgruppe G trat Südafrika in Sierra Leone an. Da der Niger beim zeitgleich stattfindenden Spiel gegen Ägypten 3:0 führte, nahm Südafrika an, aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber dem Niger in der Endabrechnung als Gruppenerster qualifiziert zu sein.
Dementsprechend ließ der ahnungslose Trainer der Südafrikaner seine Mannschaft auf “halten” spielen, um das 0:0 über die Zeit zu bringen. Nach dem Schlusspfiff lagen sich Spieler und Betreuer in den Armen, weil sie glaubten, sie seien nun für das Turnier 2012 qualifiziert.
Tatsächlich aber zählt der direkte Vergleich der drei punktgleichen Mannschaften aus Gruppe G — und in diesem schneidet Niger mit einem Punkt besser ab als Südafrika und das ebenfalls noch im Rennen befindliche Sierra Leone.
Der Afrikameister von 1996 ist gescheitert
Nichts ist es also mit der Teilnahme am Afrika-Cup 2012, stattdessen fährt Niger als wahrer Underdog zu diesem Turnier. So bleibt der Sieger von 1996 und WM-Ausrichter von 2010 beim nächsten großen Turnier zu Hause.
Ein schlimmer Fall von Regelunkenntnis, den man so vielleicht bei einem Hobbyturnier erwartet hätte, nicht aber bei einer Nationalmannschaft. Bevor man spottet, dass dies nur in Afrika passieren könne, sei aber auf diverse Regelunkenntnisse in der Bundesliga (Rehhagel, Daum, Heese) verwiesen, die zwar schon etwas zurückliegen, aber ebenso wenig ein Ruhmesblatt der exakten Vorbereitung sind.
Doch Südafrika steht mit seinem Scheitern nicht allein. Auch die anderen Riesen des afrikanischen Fußballs wie Nigeria oder Kamerun scheiterten an dieser Qualifikation zum Afrika-Cup. Möglicherweise eine Wachablösung im afrikanischen Länderfußball …
[Update: Der südafrikanische Fußballverband hat nun Protest gegen das Ausscheiden seiner Mannschaft eingelegt — allerdings mit wenig Aussicht auf Erfolg.]
photo credit: Celso Flores
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