Nouakchott verliert ständig Land ans Meer
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Nouakchott verliert ständig Land ans Meer

3. Oktober 2011

Noch ist hier Land, bald wird es Meer sein

Noch ist hier Land, bald wird es Meer sein

Der Atlantik holt sich jedes Jahr ein Stück vom Land, auf dem Mauretaniens Hauptstadt Nouakchott steht. Das geht wohl nahezu allen Städten so, die an einer Küste liegen, doch im Falle von Nouakchott dreht es sich nicht um einige wenige Zentimeter pro Jahr, sondern um satte 25 Meter. Das bedeutet, dass nach nur vier Jahren Land im Ausmaß eines Fußballfeldes verschwunden ist. Unwiederbringlich — sofern man nicht teure Gegenmaßnahmen oder Verlandungen unternimmt.

Dazu fehlt Mauretanien das Geld; wie auch geeignete Schutzmaßnahmen in der Stadt nicht anzutreffen sind. Da Nouakchott ohnehin bereits unterhalb des Meeresspiegels liegt, droht die Stadt mittelfristig völlig zu versinken, bei Hochwassern ist die Situation bereits jetzt oft dramatisch.

Dämme, die hier dringend notwendig wären, gibt es keine, ebenso wenig ein funktionierendes Abwassersystem o. Ä., mit dem die immer wieder in die Stadt einlaufenden Wassermassen entsorgt werden könnten. Dass aktuell der Hafen der mauretanischen Hauptstadt umgebaut wird, ist dem Ganzen ebenso wenig zuträglich, denn die veränderte Baustruktur schützt die vorhandenen Gebäude nicht, sondern liefert sie noch mehr dem Wasser aus.

In nur 40 Jahren geht ein ganzer Kilometer verloren

Für die über 800.000 Einwohner der Stadt ist diese Bedrohung äußerst real. Dass Nouakchott nicht auf diese Art von Problemen vorbereitet ist, kann man erahnen, wenn man sich erinnert, dass noch 1960 gerade einmal 10.000 Menschen hier lebten. Dieses rasante Wachstum an Einwohnern hat andere Maßnahmen nötig gemacht, die kaum Platz und Zeit ließen, sich dem Kampf gegen die Urkräfte des Meeres zu widmen.

Wie dieser Kampf nun angegangen werden soll, bleibt angesichts der teils miserablen wirtschaftlichen Lage des Staates Mauretanien vollkommen offen. Klar ist nur, dass Nouakchott nicht mehr lange so sein wird, wie es zur Zeit der Fall ist. Wenn nichts Anderes passiert.

Creative Commons License photo credit: Robby van Moor


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1 Kommentar »

  1. Mauretanien zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Wo bleibt die sogenannte „Hilfe zur Selbsthilfe“?
    Sicher gibt es in Afrika noch viele andere Problemzonen. Aber sollte nicht endlich auch Mauretanien wirkungsvoll unterstützt werden?
    Wer kann entsprechende Unterstützung leisten? Europa auf alle Fälle, aber sind die Staaten dazu Willens und in der Lage? Viele Menschen sind von den Zuständen erschüttert und würden sicher gern helfen. Aber dazu bedarf es entsprechender Hilfsorganisationen.
    Im Internet fand ich keine entsprechende Organisation. Weshalb nicht? Höchstwahrscheinlich weil es keine gibt. Was hindert die Menschen in Deutschland daran, eine solche Organisation zu schaffen?
    Ich wäre dazu bereit, habe aber allein so gut wie keine Möglichkeiten, es sei denn, es würden sich Mitstreiter finden. Eine Kontaktaufnahme wäre über Mobiltelefon 0176 534 027 57 möglich.

    Valeri Götz

    Kommentar by Valeri Götz — 19. November 2011 @ 19:33

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