Die Auto-Produktion in Madagaskar läuft (wieder)
29. September 2011| Tweet |
Frohe Kunde also, dass diese landeseigene Autoproduktion wieder angekurbelt wird. Allerdings darf man sich die ganze Angelegenheit nicht so vorstellen, dass im Autowerk riesige Fließbänder laufen. Auf 100 Stück schätzt man erstmal die zu erwartende Produktion — für die nächsten zwei (!) Jahre. Denn in Madagaskar werden Autos noch von Hand zusammengebaut. Produziert wird in Fianarantsoa, einer Stadt im Süden der Insel. “Zebu” haben die Madagassen das Auto getauft. Das ist der Name eines Rindes, das ebenfalls auf Madagaskar lebt.
Wie allzu häufig stammt der Motor für diese besonderen Autos von Renault. Renault ist in Afrika ebenso weit verbreitet wie Toyota, Mercedes ist nicht mehr an allen Orten Afrikas die Nr. 1 der Wahl.
Die lange Bauzeit für ein einzelnes Exemplar ist aber auch nicht mehr verwunderlich, wenn man auf die Zahl der aktuellen Mitarbeiter des wiederbelebten Autobauers schaut: 15 Menschen gibt dieses Unternehmen zur Zeit Arbeit. Selbst die geplante Aufstockung auf 50 Mitarbeiter in naher Zukunft katapultiert die Firma nicht zu einem Riesen der Industrieproduktion.
Verkauft werden die Endprodukte der fleißigen Hände in Madagaskar für Preise zwischen 5.000 und 7.000 Euro. Aus hiesiger Warte billig, auf Madagaskar selbst können sich dennoch die wenigsten diese Stahlrösser leisten. Dabei wäre das Geld gut investiert. Aufgrund der besonderen Aufmerksamkeit beim Zusammenbau gelten die Fahrzeuge aus landeseigener Produktion als besonders wartungsleicht und wenig störungsanfällig.
Alle hoffen auf einen neuen Auto-Boom in Madagaskar
Wegen dieser preislichen Lage gehen die ersten fertigen Exemplare auch gleich an potente Ausländer, Sammler wohl, die ihren Bedarf an exotischen, nahezu einmaligen Exemplaren von Autos befriedigen möchten.
Doch auch auf Madagaskar gibt es einen nicht gerade armen Kunden, der schon eine Vielzahl an Autos bestellt hat: Die katholische Kirche auf Madagaskar, die mit den erworbenen Fahrzeugen auch die besonders entlegenen Fleckchen dieser Insel erreichen möchte. Was ihr angesichts der speziell auf die Fahrbedürfnisse von Madagaskar abgestimmten Bauweise der Autos auch gelingen wird. Die Straßen sind schlecht, doch die Fahrzeuge sind so gebaut, dass sie damit gut zurecht kommen werden. Wie auch schon der Papst damals mit diesen Autos zu seinem Ziel kam.
So schließt sich ein weißes Fleckchen auf der Weltkarte der Autobauer: Madagaskar gehört wieder dazu.
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