Antoine de Saint-Exupéry und Afrika
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Antoine de Saint-Exupéry und Afrika

26. September 2011

Saint-Exuperys Werk ist weltbekannt

Saint-Exuperys Werk ist weltbekannt

Was hat der weltberühmte Autor des weltberühmten Buches “Der kleine Prinz” mit Afrika zu tun? Eine ganze Menge. Denn schon ab 1927 flog der im Jahr 1900 geborene Berufspilot regelmäßig auf der Strecke Toulouse-Casablanca, um kurz darauf auf die Strecke Casablanca-Dakar zu wechseln.

Dabei war er 1927 und 1928 sogar Chef eines kleinen Zwischenflughafens auf der Strecke Casablanca-Dakar, in der Nähe von Tarfaya, das in Marokko, an der Grenze zum heutigen West-Sahara liegt. Capo Juby, zu spanisch, zu deutsch “Kap Juby” heißt der Ort, an dem dieser Flughafen liegt. Dort erinnert heute noch ein Denkmal an den einstigen Chef, der erst nach seinem Aufenthalt an der Atlantikküste zu jenem Weltruhm gelangte, welcher überhaupt erst dazu führt, dass wir hier über ihn berichten.

Ohne diesen Job in Capo Juby wäre Antoine de Saint-Exupéry vielleicht nie zum Schreiben gekommen, denn außer ein paar Berber abzuwehren, die Interesse an den Gütern des Capo Juby hatten, hatte Saint-Exupéry in dieser Zeit nicht viel zu tun außer zu warten. Was er dazu nutzte, eine erste kurze Geschichte zu schreiben. Schon damals zeigte er sich wohl eher dem Unglück zugewandt, zumindest beim Schreiben, denn seine erste Geschichte, eine Liebesgeschichte, findet ein trauriges Ende.

1930 gelang ihm dann schon der Durchbruch, als er, mittlerweile in Südamerika weilend, den Roman “Nachtflug” veröffentlichte, der sich mit dem letzten, tödlichen Flug eines Piloten beschäftigt. Leider kein gutes Omen für Saint-Exupéry, trotz der vielen Preisen, die er mit diesem Buch gewann.

Weltautor arbeitet einst als Chef eines Flughafens in Marokko

Nach Afrika gelangte er das nächste Mal auf ebenso unglückliche Weise, denn 1935 hatte er eigentlich einen Rekordflug von Paris nach Saigon geplant, welchen er aber mit einer Notlandung in Kairo abbrechen musste. Mitten in der Wüste auf sich allein gestellt, dauerte es fünf Tage, ehe er bei seinem Marsch auf eine Karawane stieß, was seine Rettung bedeutete.

Als später der 2. Weltkrieg ausbrach, wohnte er wieder in Frankreich, die endgültige Niederlage Frankreichs gegen Deutschland erlebte er allerdings vom (französischen) Algerien aus. Nachdem er “Der kleine Prinz” von New York aus veröffentlicht hatte und auch aus anderen Erzählungen bereits einiges an Einkommen generiert hatte, nahm er erneut am 2. Weltkrieg teil. 1943 kehrt er ins jetzt anglo-amerikanisch kontrollierte Algerien zurück, erlitt aber mehrere Bruchlandungen, woraufhin er schließlich ausgemustert wurde.

Obwohl er auch politisch interessiert war und inzwischen immer bekannter wurde, setzte er sich nicht für die Ziele von Charles de Gaulle ein, dem er eher misstraute, was aber auf Gegenseitigkeit beruhte. Stattdessen studierte Saint-Exupéry in Algier einige technische Neuerungen der Flugzeugtechnik. Schließlich durfte er auf sein Bestreben hin doch wieder am Krieg teilnehmen, diesmal indem er Aufklärungsflüge flog.

Depressiv oder Opfer eines Abschusses?

Von einem dieser Aufklärungsflüge für die Seite der Alliierten kehrte Antoine de Saint-Exupéry dann aber nicht mehr zurück: Am 31. Juli 1944 flog er von Korsika aus nach Grenoble, wurde nach seinem Start aber nie mehr gesehen. Ob er tatsächlich abgestürzt war, wegen technischen Defekts oder vom Gegner abgeschossen, oder ob er schlicht Suizid beging, konnte nie geklärt werden. Seine Tagebuchaufzeichnungen deuteten daraufhin, dass er sehr depressiv gewesen sein könnte. Andererseits wurde durchaus ein Abschuss eines Aufklärers an jenem Tag in jener Region bei den Deutschen vermeldet.

Letztlich wurde sein Flugzeug doch noch, im Jahr 2000, auf dem Grund des Mittelmeeres gefunden und mittlerweile geborgen.

Es bleibt ein Werk der Weltliteratur, das nicht allein jungen Menschen immer wieder Trost spendet, Hoffnung macht und das Herz berührt, es bleibt auch ein Denkmal in Capo Juby, das gerne Ziel von Reisenden durch die Sahara ist, die sehen möchten, wo der berühmte Autor Saint-Exupéry in jungen Jahren mal in Afrika gearbeitet hat.

Creative Commons License photo credit: fernandosouza


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1 Kommentar »

  1. Hallo ein guter Artikel! Meiner Meinung nach ist dieser Beitrag sehr informativ. Er beschreibt das wesentliche über Antoine de Saint-Exupéry. Ich hätte diesen Beitrag nicht besser schreiben können. Hut ab, hat mir gut gefallen.

    Kommentar by Mein USA-Blog — 27. September 2011 @ 11:01

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