Berühmte Afrikaner: Steve Biko
30. August 2011| Tweet |
Einer der Kämpfer für die Freiheit der Schwarzen in Afrika ist Steve Biko, der 1977 (wohl) von der Polizei ermordet wurde. Direkte Einwirkungen auf Steve Bikos Körper ließen sich zwar nicht nachweisen, doch wer einen ohnehin schon angeschlagenen Menschen 1000 Kilometer weit nackt in einem Polizeiwagen transportiert, kann nicht viel Interesse am Überleben dieses Menschen gehabt haben.
Begonnen hatte Steve Biko mit seinen Aktivitäten gegen das Regime der Weißen in Südafrika schon zu Schulzeiten, als er sich für die Thematik der Apartheid interessierte. 1966 nahm er ein Medizinstudium in Durban auf. Da er im weiteren Verlauf immer aktiver gegen den Rassismus des Regimes der Weißen kämpfte, vernachlässigte er sein Studium immer mehr und wurde 1973 zwangsexmatrikuliert.
1972 hatte Steve Biko zusammen mit anderen das Black Community Program ins Leben gerufen, doch schon 1973 wurden ihm alle öffentlichen Auftritte verboten. Außerdem durfte er nie mehr als mit einer Person gleichzeitig (!) sprechen. Das machte prinzipiell seine Aktivitäten unmöglich, doch ließ sich Steve Biko dadurch nicht davon abhalten, weiter zu agieren.
Äußerst beliebt, aber ein allzu kurzes Wirken
Schließlich mündeten seine Handlungen in einer Verhaftung im Jahr 1977 in Port Elizabeth, wo er von den Schergen der Weißen Rassisten gefoltert wurde, was unter Anderem zu schweren Kopfverletzungen führte. Die anschließende, oben erwähnte Fahrt nach Pretoria überlebte Steve Biko nur bewusstlos, im Krankenhaus verstarb er schließlich, zu Tode gefoltert, am 12. September 1977.
Obwohl die Polizei in Südafrika verkündete, Steve Biko sei an den Folgen eines Hungerstreiks gestorben, war den vielen Anhängern von Bikos Tun klar, dass dies nicht der Wahrheit entsprechen konnte.
Der Gründer der “Black Consciousness”-Bewegung war tot, ermordet von seinen politischen Gegnern und diese abscheuliche Tat ist bis heute Thema vieler verschiedener Wege der Aufarbeitung. 1987 erschien der Film “Schrei nach Freiheit”, 2000 “The Color of Friendship”, mehrere Bücher beschäftigen sich mit Biko und es gibt in Südafrika zahlreiche Denkmäler, die an den Kämpfer für die Rechte der Schwarzen erinnern.
Ehrungen und Erinnerungen an Steve Biko en masse
Peter Gabriel, Ex-Sänger von Genesis, hat sich in einem zu einem großen Hit gewordenen Song mit dem Schicksal von Steve Biko beschäftigt, im folgenden eine Live-Version dieses Songs. Einen “Man of Peace” nennt Gabriel Steve Biko, und klärt auch gleich sein Publikum auf: Gestorben im Gefängnis. Damals, als man mit Popmusik sogar manchmal noch etwas bewegen wollte. Hörenswerter Song.
Besonders verdient um das Schicksal von Steve Biko hat sich die Journalistin Helen Zille gemacht, die in der südafrikanischen Zeitung Rand Daily Mail von den wahren Umständen von Bikos Tod berichtete. Später wurde sie Politikerin und war einige Jahre Bürgermeisterin von Kapstadt, mittlerweile ist sie Premierministerin der südafrikanischen Provinz Westkap.
Der Name Steve Biko ist auch dank ihres Wirkens in Südafrika unvergessen.
Das könnte auch interessieren:
» Offiziell: Pretoria eine der lebenswertesten Städte der Welt
» Soweto: Die Townships im Südwesten von Johannesburg
» Olympia 2012: Im Fußball vier Teams aus Afrika dabei
» Kapstadt: Frachter vor Südafrika gestrandet
» Südafrika: Afrika-Cup 2013 hauptsächlich in kleinen Stadien
Schlagworte: Biko, Black Concsiousness, Bürgermeisterin, Durban, Helen Zille, Kapstadt, Peter Gabriel, Polizei, Premierminsterin, Pretoria, Provinz, Rand Daily Mail, Rassismus, Schrei nach Freiheit, Steve Biko, The Color of Friendship, Westkap




