Kenias kaum bekannte Raketen-Startplattform
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Kenias kaum bekannte Raketen-Startplattform

12. August 2011

Ob bald wieder eine Rakete von San Marco aus startet?

Ob bald wieder eine Rakete von San Marco aus startet?

Immer wieder trifft man auf Besonderheiten des afrikanischen Kontinents, die man in Mitteleuropa kaum kennt, weil der Fokus allzu häufig auf Nordamerika und mittlerweile vielleicht auch noch auf Asien liegt. Doch genau dafür gibt es ja das Afrika-Blog von Touring-Afrika: Um diese kleinen Schätzchen ans Tageslicht zu holen.

Heute ist es die völlig unbekannte Raketenstart-Plattform in Kenia namens San Marco. Sie liegt im Meer vor der Küste Kenias und besteht aus zwei ehemaligen Ölbohr-Plattformen. Zugegen, die mangelnde Bekanntheit könnte auch daran liegen, dass der letzte Start einer Rakete von San Marco aus über 20 Jahre zurückliegt, im Jahr 1988 nämlich fand er statt.

Betreiber des Raketenprogramms in Kenia war allerdings nicht das Land Kenia selbst, sondern Italien. Die Unversität Rom hatte diese Raketenprogramm auf den Weg gebracht, in dessen Zuge immerhin 27 Raketen erfolgreich ins All geschossen wurden, oder besser gesagt: in die Erdumlaufbahn.

San-Marco-Plattform ist immer noch in Betrieb

Für die Position dieses Raketencenters in Kenia, nahe des Äquators gibt es allerdings handfeste, finanzielle Gründe. Je näher der Startpunkt einer derartigen Rakete am Äquator liegt, desto weniger Treibstoff ist für den Flug in die Umlaufbahn nötig, da hier die Erdrotation schneller abläuft als an Äquator-fernen Orten des Planeten.

Möglicherweise kommt trotz der langen Pause demnächst aber wieder ein Start einer Rakete von Kenia aus hinzu, denn eine Lizenz zum Raketenstarten besitzt die Plattform noch bis zum Jahr 2014. Die Stadt, die in Kenia der San-Marco-Plattform am nächsten liegt, ist die Stadt Malindi mit etwa 70.000 Einwohnern, ein interessanter Ort mit vielen Überbleibseln der Swahili-Kultur.

Creative Commons License photo credit: NASA Goddard Photo and Video


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