Berühmte Menschen in Afrika: Mahatma Gandhi
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Berühmte Menschen in Afrika: Mahatma Gandhi

11. August 2011

Gandhis Kampf begann in Südafrika

Gandhis Kampf begann in Südafrika

Nein, Gandhi wurde weder in Afrika geboren noch hatte er afrikanische Vorfahren. Doch die weltweite Ikone des gewaltlosen Widerstandes lebte von 1893 bis 1914 in Südafrika, und zwar als Rechtsberater einer indischen Firma, die in Südafrika tätig wurde. Von seinen Eltern nach Pretoria geschickt, sollte er dort zunächst nur einen einzigen Rechtsstreit lösen. Dafür war Mohandas Karamchand Gandhi der richtige Mann, schließlich war er ausgebildeter Rechtsanwalt. Doch aus dem einen Fall wurden schließlich 21 Jahre. Schon unmittelbar nach seiner Ankunft in Durban machte Gandhi unangenehme Bekanntschaft mit der Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe. In jenem Zug, mit dem er nach Pretoria reisen wollte, sollte er aus dem Abteil 1. Klasse aussteigen und in den Gepäckwagen umsteigen. Gandhi weigerte sich, woraufhin er die Fahrt nicht mitmachen durfte.

Weitere Demütigungen folgten, einige Male wurde er auch physisch angegriffen. Die etwa 50.000 Menschen indischer Herkunft, die in Südafrika arbeiteten, versprachen sich schon nach kurzer Zeit viel von seiner Anwesenheit, denn Gandhi nahm den Kampf gegen die Diskriminierung der Inder in Südafrika auf, auch wenn er ahnte, wie schwierig dieser Prozess sein würde. So verfasste er unter anderem das Grüne Pamphlet, welches bei einer kurzzeitigen Rückkehr nach Indien dort in der Presse veröffentlicht wurde. Angesichts der Schilderungen des Schicksals der indischen Bevölkerung in Südafrika löste es große Empörung aus.

Große Empörung, doch aus umgekehrter Richtung, löste es auch in Südafrika aus, wo Gandhi bei seiner Rückkehr von einer aufgebrachten Menge von Weißen niedergeschlagen wurde. Im Anschluss suchte er Gespräche mit verantwortlichen Politikern in Südafrika, die aber nur wenig fruchteten, oft wurde er gar nicht vorgelassen.

Der Rechtsanwalt mit nur beschnittenen Rechten in Südafrika

In allen Zeiten der Unbill in Südafrika, mit großer Armut der Arbeiter, einem Ausbruch der Pest und dem Burenkrieg, versuchte Gandhi immer, die Situation der Inder zu verbessern. Er gründete eine Zeitung, er versorgte Kranke persönlich und er bot anwaltlichen Beistand auch kostenlos, wenn sich seine Klienten diesen nicht leisten konnten.

Im weiteren Verlauf seiner vielen Jahre in Südafrika war Mahatma Gandhi, wie er genannt wurde, so umtriebig, dass es den Rahmen sprengen würde, hier alle seine Aktivitäten vorzustellen. Des Öfteren wurde er für seine Aktionen verhaftet, einige Monate musste er sogar im Gefängnis verbringen, teilweise waren genau diese Verhaftungen aber auch Teil der Provokation, denn die britischen Kolonialherren waren auf die Arbeitskraft der indischstämmigen Bevölkerung angewiesen. Massensolidarisierungen und ebenfalls -verhaftungen führten zum Einbruch der Produktivität und anderen Schwierigkeiten der Briten.

Es war in Südafrika, im Jahr 1912, als Gandhi schwor, auf jegliche Form von Privatbesitz zu verzichten.

Gandhi wirkte am Ende erfolgreich in Südafrika

Nach vielen weiteren politischen Kämpfen erreichte Gandhi schließlich mit seinen Mitstreitern, dass die zuvor nicht offiziell erlaubte Einwanderung durch Inder legal wurde, auch nichtchristliche Ehen wurden wieder anerkannt. Daraufhin reiste Gandhi zurück nach Indien, wo er bekanntlich seinen Kampf gegen die Besetzung und Unterdrückung der Inder ähnlich effektiv wie in Südafrika fortsetzte.

Der große Rest ist Geschichte und größtenteils durch Filme und Eingang in den kulturellen Kanon weit verbreitet. Dass die Ursprünge von Gandhis Kampf gegen Diskriminierung aber in Südafrika liegen, wo er über zwei Jahrzehnte seines Lebens gewirkt hatte, ist weniger bekannt.

Geschmälert wird Gandhis Wirken in Südafrika allerdings dadurch, dass er sich wenig bis gar nicht für die Belange der schwarzen Bevölkerung, die noch stärker diskriminiert wurde, interessierte oder einsetzte.

Creative Commons License photo credit: Daquella manera


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