Einseitiges Afrika-Bild auch in österreichischen Schulbüchern
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Einseitiges Afrika-Bild auch in österreichischen Schulbüchern

9. August 2011

Afrika in Österreichs Schulbüchern

Afrika in Österreichs Schulbüchern

Wahrscheinlich kann man die Nachricht auf die meisten Teile Europas erweitern, im vorliegenden Fall geht es aber allein um den Inhalt von Schulbüchern in Österreich. Inhalt in Bezug auf Afrika, auf die Menschen, die Gebräuche, die Kultur, aber auch auf die wirtschaftliche Situation. Die Studie, die dabei erschreckende Klischees in den Schulbüchern festgestellt hat, stammt zwar bereits aus dem Jahr 2006, ist zur Zeit in der österreichischen Öffentlichkeit aber wieder aktuell, da man sich auch dort fragt, wie die eigene Gesellschaft eigentlich aussieht, was sie definiert. Angesichts von über 40.000 Menschen mit afrikanischer Abstammung in der Alpenrebuplik also nicht erstaunlich, dass man sich auch in Österreich damit auseinandersetzen muss, was österreichisch sein definiert.

Deshalb ist es wichtig, in Österreich aufwachsenden Kindern kein falsches, einseitiges Bild von den Herkunftsländern der Mitschülerinnen und Mitschüler aus Afrika (oder mit afrikanischen Eltern) zu geben. Dies sei aber oft der Fall. In den Büchern würden insbesondere Krieg und Katastrophen als “typisch afrikanisch” dargestellt. Höhepunkt dieser Fehlinformationen ist, dass ausgerechnet der tatsächlich vom Bürgerkrieg betroffene Kongo als “besonders afrikanisch” beschrieben werde.

Buchinhalte übersehen viele wichtige Aspekte Afrikas

Nicht nur wir hier bei touring-afrika.de wissen längst, dass dies nicht die Lebensrealität von fast einer Milliarde Menschen widerspiegelt, wenn in einzelnen Regionen des Kontinents Konflikte herrschen. Vielmehr ist Afrika ein Kontinent, der noch wesentlich mehr Widersprüche und Unterschiede aufzuweisen hat als das auch schon sehr variable Europa. Oft würden dazu in den Schulbüchern die Ursachen für die bestehenden Schwierigkeiten schlicht nicht erwähnt, wozu auch die Ausbeutung in Zeiten der Kolonialisierung gehöre.

Vielfach fehlten auch Hinweise auf die erfolgreiche Integration von schwarzafrikanischen Menschen in die österreichische Kultur, deren bestes Beispiel eine Frau mit dem schönen Namen Marie Edwige Hartig ist, eine erfolgreiche Politikerin der Grünen, die so ausschaut. Viele afrikanische Communities lebten in Österreich beinahe gänzlich unbemerkt von der öffentlichen Wahrnehmung, dabei seien diese teils von beachtlicher Mitgliederzahl. Diese aktuellen Lebensrealitäten gelte es auch in den Schulbüchern Österreichs besser gerecht zu werden als bislang.

Creative Commons License photo credit: Troels Dejgaard Hansen


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