Interview: Freiwilligenarbeit in Südafrika
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Interview: Freiwilligenarbeit in Südafrika

7. August 2011

Julia in Südafrika

Julia in Südafrika

Während der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2010 stand Südafrika im Mittelpunkt des weltweiten Interesses und der medialen Aufmerksamkeit. Viel wurde über die Regenbogen-Nation bzw. ihr Spektrum an Kulturen, Völkern, Religionen und Landschaften berichtet, welche sich seit einigen Jahren erfolgreich um die politische Überwindung der Rassentrennung und die Entwicklung der eigenen Wirtschaft bemüht. Relativ wenig ist demgegenüber über die Möglichkeiten im Bereich Freiwilligenarbeit bekannt.

Im April 2011 ist die Stepin-Mitarbeiterin Julia Kirn nach Südafrika gereist und hat dort verschiedene Partnerprojekte der Austauschorganisation besucht. Die Redaktion des Stepin-Blogs Weltneugier hatte Gelegenheit, Julia für ein kurzes Interview zu gewinnen und sie zu den Eindrücken Ihrer Reise zu befragen.

Hallo Julia. Zunächst vielen Dank, dass Du Dir etwas Zeit für unser Interview genommen hast. Wo erreichen wir Dich gerade?

Natürlich bei der Arbeit im Büro. :-)

Du bist für Stepin im April dieses Jahres in Südafrika gewesen und hast darüber ja schon etwas ausführlicher in einem Blog-Artikel berichtet. Wenn wir es richtig gelesen haben, war die aktuelle Reise nicht Dein erster Aufenthalt am Kap der guten Hoffnung. Erzähl doch bitte kurz etwas darüber.

Da habt Ihr aber sehr aufmerksam gelesen! :-) Ich war bereits letztes Jahr dort und habe mit einer Freundin einen Road Trip gemacht. Angefangen haben wir am wunderschönen Bloubergstrand, um erstmal etwas zu entspannen und Energie zu tanken, bevor es dann in das lebendige Zentrum von Kapstadt ging. In der Stadt selber waren wir nur 3 Tage. Wir haben den Trip direkt mit einem Besuch bei Freunden verbunden, die dort zu diesem Zeitpunkt ein Internship gemacht haben. So haben wir dann auch ein paar Insider-Tipps für unseren Trip bekommen ;-)   Mit einem Mietwagen ging es dann entlang der Garden-Route in die wirklich atemberaubende Landschaft Südafrikas! Man sollte aber nicht unbedingt immer auf der Hauptroute bleiben, es lohnt sich definitiv auch mal vom Weg abzukommen – gewollt und auch ungewollt :-) Und was auch wichtig ist, man darf sich nicht an den  Reiseführern orientieren. Natürlich stehen da schon einige wertvolle Tipps drin, aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass gerade die Orte, die als „nicht so empfehlenswert“ bezeichnet wurden, die schönsten waren!

Traumhafte Landschaften..

Traumhafte Landschaften..

 

Worin liegt für Dich der Reiz Südafrikas bzw. was macht das Land für Dich aus?

Ich bin allgemein ein großer Afrika-Fan. Ich finde die Kultur(en), die Natur und die Tierwelt einfach wahnsinnig interessant und reizvoll! Südafrika würde ich generell jedoch nicht als typisch afrikanisch beschreiben. Es ist sehr westlich und erinnert ein bisschen an die USA oder Kanada. Aber auch hier ist die Natur einfach fantastisch! Weinberge, Küste, Weite, Strände. Es ist ein sehr Abwechslungs- und kontrastreiches Land: man hat die lebhaften und multikulturellen Metropolen sowie die Weiten des Hinterlandes, arm und reich, Abenteuer und Ruhe….

Hast Du vielleicht ein paar Tipps, was man bei einem Besuch unbedingt machen bzw. gesehen haben sollte?

In Kapstadt darf natürlich ein Besuch am Kap der Guten Hoffnung und auf dem Tafelberg nicht fehlen! Auch die Pinguine in Boulders sind sehenswert. Aber die Stadt selbst hat auch sehr viel zu bieten: Nightlife, Märkte, Kultur, Sightseeing… Die Garden-Route würde ich auch jedem empfehlen! Diese führt einen an die schönsten Orte der Region. Ein Stopp für eine Weinverkostung sollte man auf jeden Fall einplanen! Es gibt dort auch sogenannte „Game-Drives“ in den Nationalparks. Das sind quasi kleine Safaris um einen Einblick in die Wildnis zu bekommen. In Oudtshoorn kann man auch auf Straußen reiten. J Wenn man schon mal den Weg nach Südafrika gefunden hat, kommt man an dem welthöchsten Bungee-Sprung nicht vorbei. Aus 216 Meter Höhe springt man von der Blukransbridge – unvergesslich!! Und man sollte sich an der afrikanischen Küche versuchen – Kudu, Krokodil, Straußenfleisch – ein wahrer Genuss!

Zurück zu Deinem Aufenthalt im April 2011. Du betreust bei Stepin das gesamte Angebot der Freiwilligenarbeit. Kannst Du uns etwas über den Anlass und die Hintergründe Deiner Reise berichten?

Wir haben eine neue Partnerorganisation in Kapstadt mit wirklich tollen Projekten gefunden. Die Partner haben Agents aus aller Welt eingeladen, um Ihre Projekte vorzustellen. Für uns ist natürlich sehr gut zu wissen, wie es vor Ort abläuft. Was ist zu beachten? Wie sehen die Projekte eigentlich genau aus? Was sind die Aufgaben der Volunteers? Wo wohnen sie? Fragen über Fragen…Wenn man die Chance bekommt, sich vor Ort wirklich umzuschauen ist das Gold wert, denn so kann man die Teilnehmer natürlich auch viel besser beraten und auf ihren Aufenthalt vorbereiten.

Welche Projekte hast Du vor Ort besucht?

Sehr unterschiedliche Projekte, die vom sozialen Bereich (Waisenhaus-Projekt) über den Sport (Therapeutisches Reitprojekt und Fußball-Projekt) bis hin zum Tierschutz (Projekt Weißer Hai und Pinguin-Schutzprojekt) reichten. Und so verschieden die Projekte auch sein mögen, so interessant sind sie auch! Egal ob man sich dafür entscheidet Tiere zu pflegen oder sich mit Kindern und Jugendlichen zu beschäftigen, sinnvoll sind alle Projekte und die Hilfe kommt auf jeden Fall an!

Freiwillige Helfer in Südafrika

Freiwillige Helfer in Südafrika

Das Land war ja 2010 durch die Fifa-Fußball-Weltmeisterschaft sehr präsent in den Medien. Vor allem das Thema Sicherheit war in aller Munde. Würdest Du sagen, dass man den Einfluss des Turniers heute noch merkt oder kriegt man das als Besucher nur am Rande mit?

Ich würde sagen, man bekommt den Einfluss durchaus noch mit. Die Stadt hat sich ja zum einen optisch verändert, man braucht ja nur an das extra neuerbaute Fußballstadion zu denken. Aber ich glaube auch, dass die Sicherheit nicht nur zu WM-Zeiten ein Thema war. Da die ganze Welt auf Südafrika geschaut hat und durch die WM viele Touristen angezogen wurden hat sich die Sicherheit dort nachhaltig verbessert. Die Großstädte zählen nach wie vor nicht zu den sichersten, aber wenn man ein paar Regeln befolgt und einige Ecken der Stadt meidet, kann man sich dort sehr sicher bewegen.

Ein paar Worte zum Thema Freiwilligenarbeit selbst: Warum würdest Du jemanden zu einem solchen Programm raten und was ist das Besondere an einer solchen Tätigkeit in Südafrika?

Ich denke, dass es eine sehr gute Kombination ist, nicht einfach nur zu reisen sondern dabei etwas Sinnvolles zu tun. Man kommt in Kontakt mit den Einheimischen und lernt deren Kultur mit ganzen anderen Augen kennen. Man sieht nicht nur die „Vorzeige-Plätze“, die schönen Hotels, die tollen Strände, die teuren Restaurants, sondern bekommt einen Einblick in die wirkliche Welt. Man erfährt ehrliche Dankbarkeit für die Arbeit die man leistet. Darüber hinaus hilft die Arbeit als Freiwilliger auch bei der persönlichen Entwicklung, denn man merkt mal wieder wie gut es uns geht und ändert vielleicht auch seine Einstellung zu den ein oder anderen Dingen im Leben.

Das Besondere an Freiwilligenarbeit in Südafrika? Ich denke es ist ein gutes „Einsteigerland“ für die Teilnehmer, die vielleicht noch nicht ganz so viel Reise- Erfahrung haben. Das Land hat unheimlich viel zu bieten, kulturell und landschaftlich, aber wie bereits erwähnt ist der Kultur-Schock nicht ganz so groß, da es wie gesagt ein sehr westliches Erscheinungsbild hat.

In der guten alten Tradition der „berühmt-berüchtigten letzen Worte“ möchten wir natürlich auch Dir die Chance darauf geben:

Tschöö :-)

Vielen Dank.


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