Tipp für einen Ausflug in Marokko: Aït-Ben-Haddou
29. Juli 2011| Tweet |
Gebaut wurden diese Häuser, wie das Bild hier links gut veranschaulicht, auf bereits existierenden Felsen in der Gegend, die meisten Ecktürme sind quadratisch. Ursprünglich besaß keines der Gebäude ein Fenster. Stattdessen wurden Lichteinfall und Schattenfall in den Innenhöfen der gesamten Anlage durch die Art der Bauweise reguliert. Bei den extremen Wetterbedingungen in Aït-Ben-Haddou aufgrund der Lage in Nordafrika kein unwichtiger Faktor.
Im Erdgeschoss befanden sich zumeist Lagerräume für die von den Bewohnern erzeugten oder erworbenen Güter. Im den oberen Stockwerken dann war der Platz für die Wohnräume. Damals aß und saß man direkt auf dem Boden. Was man in Aït-Ben-Haddou zum Leben benötigte, wurde selbst produziert. Ganz kleine Ackerflächen rund um die Stadt sorgten für die Möglichkeit zur Landwirtschaft, Schafe und Ziegen gehörten ebenso zur Stadt wie ihre menschlichen Besitzer.
Zinnen und eckige Türme verstärken den Eindruck einer uneinnehmbaren Festung
Einst war der Ort sogar Kulisse für einen der bekanntesten und aufwändigsten Filme über das Leben von Jesus, nämlich der Streifen Jesus von Nazareth. Dazu spielten über ein Dutzend weitere Filme in den Kulissen von Aït-Ben-Haddou. Überhaupt ist er einer der letzten zur Zeit noch gut erhaltenen Orte, die aus den für Marokko typischen Lehmhäusern bestehen.
Einst war er der Hauptort der Sippe Ben Haddou, mit etwa 1.000 Bewohnern seit dem 12. Jahrhundert. Aït-Ben-Haddou lag bzw.liegt auf einer Karawanenstraße zwischen Timbuktu und Marrakesch.
Die Entwicklung des von Touristen gerne besuchten Ortes ist jedoch bedenklich. Immer weniger hier Geborene bleiben in Aït-Ben-Haddou und ziehen lieber in die großen Städte. Auch dass die beeindruckende Szenerie bei Touristen so beliebt ist, bringt nicht nur Gutes mit sich. In mittelfristiger Kürze steht wohl eine Umwandlung des Dorfes in ein Freilichtmuseum an. Dafür müsste sich allerdings jemand finden, der die aus Lehm gebaute Siedlung instand hält — und das ist nicht gerade billig.
Schauplatz für zahlreiche Filme
Die Umgebung der “Kasbah”, der Befestigung von Aït-Ben-Haddou wird von einigen Besuchern als “wie auf dem Mond” beschrieben. Das mag für den einen oder anderen abschreckend klingen, Freunde von surrealen Landschaften kommen aber schon bei der Anreise nach Aït-Ben-Haddou auf ihre Kosten. Und man reist schließlich nicht nach Marokko, um die grünen Berge des Schwarzwalds zu betrachten, das kann man auch zu Hause.
Angesichts des (noch) besonders guten Zustands der gesamten Ortschaft wurde Aït-Ben-Haddou auch in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Von vielen weiteren Touristenhochburgen in Marokko aus werden Tagesausflüge nach Aït-Ben-Haddou angeboten. Noch ist der Ort mit echten Einwohnern belebt. Diese Gelegenheit sollte man also nutzen, bevor ganz Aït-Ben-Haddou nur noch ein Freilichtmuseum ist.
photo credit: Rafa http://www.micamara.es
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Schlagworte: Aït-Ben-Haddou, Felsen, Filmkulisse, Freilichtmuseum, Jesus von Nazareth, Lawrence von Arabien, Marrakesch, Nordafrika, Timbuktu, UNESCO, Weltkulturerbe, Zinnen




