Der austrocknende Tschadsee
27. Mai 2011| Tweet |
Gerade das intensive Absinken des Wasserspiegels hat den Tschadsee einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht. Obwohl der Tschadsee über keinen Abfluss verfügt und mehrere Flüsse seinen Zulauf bilden, sinkt der Wasserstand immer weiter. Hauptsächlich ist der Tschadsee mittlerweile von Niederschlägen abhängig, die — man ahnt es — in dieser Region ebenfalls selten sind.
Früher war der See das größte Süßwasservorkommen in ganz Afrika, heute ist er gerade mal noch so groß wie die Fläche von Berlin. Das mag beim ersten Hören nach viel klingen, ist aber bei den Ausmaßen Afrikas eine eher geringe Größe.
Die Versandung des Sees hat auf der einen Seite zwar auch ihre Vorteile. So sind viele neue Weiden und auch bebaubares Land entstanden, vor allem gut bewässerte Felder für den Anbau von Bohnen oder Mais. Der eine oder andere Dorfbewohner ist dadurch zu einem gut auskommenden Bauern geworden.
Doch auf der anderen Seite sind die Prognosen für den Tschadsee weiterhin schlecht, und wenn er noch weiter austrocknet, ist auch mit den zur Zeit sehr fruchtbaren Feldern kein Staat mehr zu machen. Dann wäre vom Tschadsee in mittlerer Zukunft nichts mehr über außer seinem Namen. Getragen von einem Gebiet, das nun völlig ausgetrocknet ist und auch für die dort lebenden Menschen nichts mehr bietet.
Eine Galerie, wie es am und im Tschadsee momentan aussieht, findet der geneigte Leser bei der Online-Ausgabe des Magazins GEO.
photo credit: simpleponderings
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Schlagworte: Anbau, Austrocknung, Bohnen, Dörfer, Landwirtschaft, Mais, Niger, Nigeria, Tschad, Tschadsee




