Ruandas Regierung macht die Batwa obdachlos
23. Mai 2011| Tweet |
In Ruanda ereignet sich zur Zeit ein Vorgang, der mal wieder demonstriert, dass das Zusammenleben verschiedener Ethnien oder auch nur wirtschaftlich unterschiedlich starker Volksgruppen in einem Staat auch dann nicht frei von Problemen bleibt, wenn es vordergründig um Verbesserungen für die Bevölkerung eines gesamten (afrikanischen) Staates mit mehreren Ethnien geht.
Denn in Ruanda werden und wurden in den letzten Monaten diverse Behausungen abgerissen, wenn sie ein Strohdach besaßen. Ziel der Regierung in Ruanda ist es, dass alle Häuser im Lande mindestens ein Wellblechdach erhalten, wenn nicht sogar bessere Schutzmöglichkeiten gegen Witterungseinflüsse.
Eine ganze Reihe Häuser mit Strohdach wurde nun also bereits abgerissen — und wer es sich leisten kann, ist aufgefordert, sich selbst ein neues Zuhause zu bauen. Eigentlich hatte die Regierung zugesagt, all jene, die es sich nicht leisten können, mit einem neuen Dach zu versorgen.
Das ist aber nicht geschehen oder geht wenn, dann nur sehr schleppend voran. Die ehemaligen Behausungen sind aber bereits abgerissen und bieten nicht mal mehr ihren ehemals sehr kleinen Schutz. Hauptleidtragende dieses Planungsfehlers, ob nun beabsichtigt oder nicht, sind die Batwa, ein Stamm der Pygmäen, die so genannte indigene Bevölkerung in Ruanda. Mehr als 30.000 Häuser wurden zuletzt zerstört, Tausende Familien sind deshalb zur Zeit obdachlos. Auch die Versorgung von Alten und Kranken klappt in diesem Umfeld nicht reibungslos.
Wieder einmal werden sehenden Auges Bevökerungsgruppen benachteiligt, wobei der Regierung der gute Wille ja nicht einmal abzusprechen ist. Die Mitglieder der Batwa können sich vom guten Willen der Regierung aber kein neues Haus kaufen und müssen vorerst warten, bis die Wellblechdächer sie endlich erreichen.
Erst die Häuser abreißen — und dann auf den Ersatz warten müssen. Eine eigentlich undenkbarer, und deshalb umso skandlöserer Vorgang.
photo credit: cameronparkins
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Schlagworte: Batwa, Behausung, Häuser, Hütten, indigene Bevölkerung, Infrastruktur, Programm, Schutz, Wetter




