Katharinenkloster in Ägypten
18. Mai 2011| Tweet |
Für das heute vorgestellte interessante Reiseziel machen wir mal wieder eine kleine Ausnahme, denn das am Fuße des Mosesbergs in Ägypten liegende Katharinenkloster liegt auf der Halbinsel Sinai. Wie man weiß, gehört diese geographisch aber nicht zu Afrika, sondern zu Asien. Politisch allerdings gehört sie zu Ägypten und damit wiederum doch zu Afrika. Wie auch immer, wer nach Ägypten reist, macht ja nicht aus falsch verstandenem Liebhabertum an irgendwelchen willkürlichen, vom Menschen gezogenen Grenzen, nur weil er so gerne durch Afrika reist (und nicht durch Asien).
Das wäre auch allzu schade, denn die hier vorgestellte Sehenswürdigkeit ist tatsächlich extraördinär, und das in einem Land, in dem auch die monumentalen Pyramiden zu finden sind. Das Katharinenkloster, das am Fuße des Berges Sinai gelegen ist, wurde bereits ca. 500 nach Christus gegründet.
Wie so viele der besonderen Orte in Afrika, die wir hier auf touring-afrika.de vorstellen, gehört auch das Katharinenkloster zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die bloße Zugehörigkeit ist für uns allerdings kein Kriterium, da darf man ganz beruhigt sein. Für uns zählt immer noch unser eigenes Urteil, ob ein Gebäude oder ein Gesamtgebilde einzigartig und bemerkenswert ist.
Das ist beim Katharinenkloster definitiv der Fall. Finden übrigens auch viele andere Menschen auf der Welt und besuchen das Kloster in Scharen, weshalb einige Bereiche dieses anmutenden Baus nur noch zu bestimmten Zeiten besucht werden können. Einige Quellen berichten von bis zu 50.000 Besuchern im Jahr, das wären allerdings erstaunlich wenige, nämlich gerade einmal etwa 150 am Tag. Das kann dann wohl doch nicht zu viel sein und es müsste neuere Zahlen geben.
Eines der ältesten griechisch-orthodoxen Kloster der Welt
Obwohl es ein griechisch-orthodoxes Kloster ist, das viele Verbindungen zu wichtigen Köpfen des christlichen frühen Glaubens besitzt, soll auch der Prophet Mohammed hier einmal Gast gewesen sein. Was allerdings auch nicht allzu verwunderlich ist, wenn man an all die Verknüpfungen des Christentums mit dem Islam denkt.
Ursprünglich war der gesamte Komplex Maria, der Mutter Jesu, gewidmet, erst später wurde es nach Katharina von Alexandrien benannt, deren Überreste innerhalb der Mauern des Klosters zu finden sein sollen. Dies ist aber nicht verbürgt. Die innerhalb des Klosterinneren befindliche Bibliothek könnte eine der ältesten christlichen Bibliotheken darstellen, die noch erhalten sind. Nicht verwunderlich, ist doch das gesamte Kloster eines der ältesten griechisch-orthodoxen Kloster, die noch erhalten sind.
Trotz seiner langen Geschichte noch nie überfallen oder geplündert worden
Die meisten Mönche, die Mitglied des Katharinenklosters waren, lebten übrigens nicht in dem ummauerten und damit sicheren Klostergelände selbst, sondern weiterhin wie zuvor als Einsiedler in der Nähe des Katharinenklosters. Nur für den Fall von Gefahr im Verzug begaben sich die Mönche in die sicheren Mauern des Klosters.
Weil es derart sicher wirkte und sogar von Napeolon eine persönliche Schutzzusicherung erhielt, ist das Katharinenkloster in seiner langen Geschichte dementsprechend auch noch nie überfallen worden. Wahrlich eine Seltenheit in der von Überfällen und Kriegen reichen Geschichte der Menschheit.
Am besten reist man zum Katharinenkloster aus der Stadt Tarfet, wobei man allerdings einen knapp 1.500 Meter hohen Pass überwinden muss, den Watiya-Pass.
Zwar besitzt die Anlage ein enormes Alter und vieler ebenso alte Schätze wie alte Schriften oder Ikonen. Das hindert das Katharinenkloster aber nicht daran, auch eine Webseite bereitzustellen, auf der man sich über die lange Geschichte, aber auch über das Erscheinungsbild des Katharinenklosters am Fuße des Sinai-Berges, der auch Mosesberg genannt wird, informieren kann.
Zur Webseite des Klosters geht es hier: www.sinaimonastery.com. Und nun zurück nach Afrika.
Weitere Sehenswürdigkeiten in Ägypten finden Sie hier bei uns!
photo credit: Jonah Bettio
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Schlagworte: Gefahr, griechisch-orthodox, Ikonen, Katharinenkloster, Mohammed, Mönche, Pass, Schutz, Sinai, Tarfet, Watiya-Pass




