Die Große Moschee von Djenné
13. Mai 2011| Tweet |
Herausragendste Qualität dieser somit doch sehr alten Moschee ist das Material, aus dem sie erbaut wurde. Die Große Moschee von Djenné besteht komplett aus Lehm, hat aber trotzdem Ausmaße einer klassischen “großen” Moschee. Der Lehm wird allerdings zunächst sonnengetrocknet, dann werden daraus Ziegel erstellt, zur Stabilisierung des Gebäudes werden zudem Sonnenpalmen-Stümpfe verwendet. Man darf sich ein derartiges Gebäude also nicht wie eine kleine Lehmburg eines Kindes in Deutschland vorstellen. Anderenfalls hätte sie auch nicht die Jahrzehnte unter harten klimatischen Bedingungen überstanden.
Eine der bedeutendsten Moscheen des Mittelalters
Dennoch ist der Lehm nicht ganz so stabil wie beispielsweise Zement oder Beton, deshalb gibt es ein interessantes Ereignis rund um die Moschee. Einmal im Jahr, meist, wenn der Winter vorbei ist, treffen sich die Einwohner Djennés, um die vorliegenden Schäden an der Bausubstanz der Großen Moschee von Djenné zu reparieren. Dieses Treffen und Reparieren nennt sich crepissage, womit auch wieder einmal der französische Spracheinfluss in dieser Region deutlich wird. Ein Lautsprechersystem existiert zwar im Inneren der Moschee, weitere bauliche Aktualisierungen der Moschee wurden von den Menschen in Djenné aber erfolgreich verhindert.
Die Große Moschee von Djenné war lange Zeit im Mittelalter eine der bedeutendsten Moscheen im ganzen Islam. Sie bot vielen jungen Menschen Gelegenheit, den Koran zu studieren. Heute ist sie ein enorm bekanntes Wahrzeichen nicht nur von Djenné, sondern des ganzen Staates Mali. Wer als Tourist nach Djenné reist, kann sich allerdings bei einem amerikanischen Mode-Magazin bedanken, dass er keinen Einlass in die Moschee erhalten wird, sofern er nicht selbst Moslem ist. Das Magazin hatte auf dem Dach der Moschee von Djenné Mode-Aufnahmen erstellt. Eine Brüskierung der Gläubigen vor Ort, die seitdem Nichtmuslimen keinen Zutritt zu diesem fabelhaften Bauwerk mehr gewähren.
Modernisierungen wurden von den Einwohnern abgelehnt
Von außen allerdings kann auch der christliche oder ungetaufte Tourist die Moschee weiterhin bewundern. Aufgrund der Beschaffenheit der Moschee, Lehm eben, stürzte allerdings einer der vielen Türme der Moschee bei einem Unwetter 2009 ein und wartet noch auf seinen Wiederaufbau. Die regelmäßig in Djenné auftretenden Überschwemmungen konnten die Große Moschee jedoch bislang nicht beeinträchtigen. Wenn Djenné als Stadt quasi zu einer Insel wird, liegt die Moschee immer noch gegen auch höhere Wasserstände hoch genug und geschützt im Ort.
Die Moschee wird architektonisch als so bedeutsam eingeschätzt, dass man Kopien der Großen Moscheen von Djenné in geringeren Ausmaßen in Frankreich (Frejus) und in Südkorea erstellt hat. Die Moschee ist nicht nur wie oben erwähnt ein Wahrzeichen Malis, sondern gilt sogar als eines der wichtigsten und bekanntesten Bauwerke ganz Afrikas. Weshalb man davon ausgehen darf, dass, wer West- bzw. Zentralafrika besucht, der wird an einem Besuch dieser Moschee nicht vorbeikommen, zwar leider nur von außen, aber immerhin.
photo credit: dorothy.voorhees
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Schlagworte: Djenne, Große Moschee von Djenne, Mali





[...] Eines der touristischen Highlights in Mali ist übrigens die hier auch schon erwähnte Große Moschee von Djenné. [...]
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