Fettleibigkeit wird in Afrikas Städten zum Problem
11. Mai 2011| Tweet |
Verschiedene Medien berichten nämlich von einem neuartigen Problem in Afrikas Städten, welches hierzulande ebenfalls gut bekannt ist und immer größer wird. Die zunehmende Verfettung der Gesellschaft, durch schlechte und übermäßige Ernährung sowie zu wenig und zu seltene Bewegung.
Die Nachricht mag zynisch oder unglaubwürdig klingen, wenn Afrika weiterhin jener Kontinent der Erde ist, auf dem die meisten Menschen an Hunger sterben, mit horrenden Zahlen pro Tag, Woche oder Monat, was immer man auch zurate zieht.
In den Städten erwächst ein Problem, das aus der Ersten Welt bekannt ist
Sie weist aber ebenfalls daraufhin, dass die Schere zwischen Reich und Arm auseinandergeht, dass die Verteilung des Wohlstands in Afrika weiterhin ein riesiges Problem ist (allerdings nicht nur dort) und dass zu den traditionellen, bekannten Problemen Afrikas nun auch noch jene der ersten Welt hinzukommen.
Da nützt es relativ wenig, dass man der Mango bzw. einem Mango-Extrakt gute Wirkung beim Kampf gegen adipöse Symptome zuschreibt. Wer in Afrika kann es sich schon leisten, täglich ein Mango-Extrakt zu sich zu nehmen, ganz abgesehen davon, dass die Quelle für diese eigentlich Hoffnung machende Nachricht der Lebensmittelindustrie nahe steht.
Tatsächlich werden vielmehr die Probleme weiter wachsen, wenn nicht jetzt und effektiv dagegen gesteuert werden wird. In Nigeria gelten bereits jetzt etwa 8 Prozent der Bevölkerung des einwohnerstärksten Staates in Afrika als fettsüchtig, so die deutsche Bezeichnung für “adipös”. Für Kenia liegt der Wert sogar bei 12 Prozent der kenianischen Bürger.
Alte Traditionen behindern den Kampf gegen ungesunde Ernährung
Neben der Frage der Finanzierung einer gesunden Ernährung schleicht sich in Afrika ein besonderes, hausgemachtes Hindernis in die Bekämpfung dieser Problematik. Denn in Afrika gilt als erfolgreich, wer dick ist und es sich offensichtlich leisten kann, über die Maßen zu essen. So werden in Nigeria immer noch bestimmte Ernährungs”schulen” angeboten, die Frauen mästen sollen. Erstaunlicherweise für europäische Ohren und Augen erhöht Fettleibigkeit die Heiratschancen von Frauen in Nigeria.
Andererseits könnte ein kultureller Faktor Afrikas wiederum eine große Hilfe sein, dieses Problem anzugehen. Denn in Afrika ist man traditionell dem Tanzen sehr verbunden. Wo man in Europa erst große Fitnessprogramme auflegen müsste, kann man in Afrika einfach an Ort und Stelle, beinahe direkt auf der Straße tanzen, wenn einem danach ist. Eine große Hilfe natürlich beim Versuch, überflüssige Kalorien und Pfunde zu verbrennen. Dabei ist es irrelevant, ob traditioneller afrikanischer Tanz verwendet wird oder moderner Hip-Hop-Tanz, Hauptsache die Pfunde purzeln und die Teilnehmer sind mit hoher Eigenmotivation bei der Sache.
Bei all diesen Informationen sollte allerdings nicht vergessen werden, dass es hierbei um die Situation der Mittelschicht und meist nur in Afrikas Städten geht. In anderen Regionen des Kontinents sterben weiter Tausende, weil sie nicht das Mindeste an Nahrung erhalten können.
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Schlagworte: Armut, Bewegung, Dritte Welt, Ernährung, Erste Welt, Fettleibigkeit, Hip-Hop, Hiphop, Städte, Tanz, tanzen, Verhungern




