Jäger und Sammler — heute noch in Afrika
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Jäger und Sammler — heute noch in Afrika

10. Mai 2011


Für manche ein Sportgerat, für andere ein Jagdutensil

Für manche ein Sportgerat, für andere ein Jagdutensil

Die Wendung vom “Jäger und Sammler”, der der Mensch früher einmal war, ist eine stehende und jedem bekannte. Da sie durch ihre Worte äußerst selbsterklärend ist, meint jeder zu wissen, was man darunter zu verstehen hat. Dabei ist es nicht gar so einfach, wie es beim ersten (oder x-ten) Hören erscheint. Denn erstens gibt es durchaus auch heute noch Völker, die sich als Jäger und Sammler betätigen, zweitens gibt es diese Völker nicht allein im entlegensten Busch oder in den Anden und drittens

Wie der Mensch bei der Hetzjagd seine Beute tötet habe wir hier schon an anderer Stelle dargelegt. Diese Form der Jagd verläuft natürlich nur durch die dem Menschen gegebenen Methoden, die Leistungskraft seines eigenen Körpers. Doch der Mensch würde nicht als die Krone der Schöpfung gelten, wenn er nicht kraft seiner Intelligenz dazu in der Lage wäre, Werkzeuge zu bauen, die ihm die Jagd erleichtern.

Was er bekanntlich schon seit ziemlich langer Zeit tut. Als älteste Waffe zur Jagd gilt der Speer, genauer gesagt ein Wurfspeer. Dessen Vorläufer wiederum war (wohl) ein einfaches Wurfholz. Was jeder kennt, der an Australien denkt. Ein Bumerang ist nichts Anderes als ein derartiges Instrument zur Jagd. Allerdings sind die zur Jagd verwendeten Bumerangs nicht so geschnitzt, dass sie beim Wurf zurückkehren, im Gegenteil, fliegen sie eben äußerst präzise geradeaus.

Geschickter Jagdwaffenbauer Mensch, aber auch ausdauerstark

Von diesem einfachen Wurfholz ausgehend entwickelte der Mensch die viel effektiveren, weil schwereren Speere, oft mit einer besonders verletzenden Speerspitze. Gegen größere Tiere verwendete der Mensch ebenfalls schon seit geraumer Zeit Lanzen, so gegen Mammuts, welche dann oft in gemeinsamer Aktion von mehreren Jägern erlegt wurden (wie übrigens auch andere Tiere oft gemeinschaftlich auf die Jagd gehen). Eine Harpune ist eine Abwandlung der Lanze für den Zweck der Jagd von Wassertieren.

Am effektivsten für den Jäger sind allerdings Pfeil und Bogen, welche erst konstruiert werden konnten, als man ausreichend dehnfähiges Material für den Bogen verarbeiten konnte. Besonders findige Jäger lernten auch, wie man die Pfeilspitzen zusätzlich vergiftete, so dass der Erfolg auch bei nicht komplett tötenden Pfeilen gesichert wurde. Netze und Schlingen kamen später als Waffen bei der Jagd ebenfalls dazu, sobald der Mensch in der Lage war, das dafür nötige Grundmaterial herzustellen.

Auf der anderen Seite besteht der Begriff “Jäger und Sammler” schließlich aus zwei Ausdrücken. Gejagt wird in fast allen Völkern, die sich heute noch dieser Strategie bedienen, nur von den erwachsenen Männern, während die Frauen, junge Kinder und ältere Männer sich beim Sammeln nützlich machen.

Gesammelt werden nicht nur Pflanzen, sondern auch Kleintiere und Tierprodukte

Neben allen zur Verfügung stehenden, genießbaren Pflanzen werden dabei aber auch Kleintiere wie Insekten, Schnecken sowie Tierprodukte wie Eier oder Honig gesammelt. Außerdem helfen die Sammler bei der Weiterverarbeitung der von den Jägern erlegten größeren Tiere, wie natürlich auch die Jäger bei sich bietender Gelegenheit etwas Essbares sammeln, sofern es ihnen unterkommt.

In den allermeisten Regionen haben sich die Gesellschaften allerdings vom Prinzip des Jagens und Sammelns wegbewegt. Der Umschwung zum Ackerbau und zur Viehzucht geschah in weiten Teilen des Planeten etwa in der Zeit 15.000 v. Chr.

Die wenigen verbliebenen Ausnahmen von Völkern, die beim Jagen und Sammeln verblieben, verteilen sich über die ganze Erde. So finden sich solche in Südamerika, in Asien, in Australien und eben auch auf jenem Kontinent, der uns hier auf touring-afrika.de besonders interessiert. In Afrika sind es nämlich die folgenden Völker, ihre Heimatländer gleich dahinter angegeben:

  • Ogiek / Kenia
  • Sengwer / Kenia
  • Aweer / Kenia und Somalia
  • Hadza / Tansania
  • Yaaku / Kenia
  • San / Südafrika und Namibia sowie Botswana

Allerdings gibt es auch unter diesen Völkern viele, die je nach Lage des Klimas und des Wetters beide Formen der Ernährung — Jagen & Sammeln sowie Ackerbau & Viehzucht — miteinander kombinieren.

Creative Commons License photo credit: BruceTurner




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