Ernest Hemingway in Ostafrika
4. Mai 2011| Tweet |
So lautet dementsprechend eines seiner berühmtesten Bücher auch “Schnee am Kilimandscharo”. Jener Kilimandscharo, der zu Hemingways Zeiten, also vor etwa 75 Jahren, als die Kurzgeschichte entstand, noch wesentlich umfassender als heute mit Schnee bedeckt war. Das Schmelzen des Schnees ist ein untrügliches Zeichen für die Erwärmung der Erdatmosphäre.
1936 veröffentlichte Ernest Hemingway die Geschichte, auf englisch unter dem Titel “The Snows of Kilimanjaro”, die 1953 mit einer Starbesetzung verfilmt wurde. Unter diesen Stars auch eine Deutsche: Hildegard Knef spielte in “Schnee am Kilimanjaro” neben Gregory Peck und Susan Hayward mit.
Schnee am Kilimandscharo — nach der Kurzgeschichte von Hemingway
Darin liegt der Schriftsteller Harry in der Wildnis im Sterben, da er sich Wundbrand nach einer Verletzung an einem Dorn zugezogen hat. Nun betrauert er, dass er nicht all seine Erinnerungen aus einem bewegten Leben auf der ganzen Welt schon viel früher zu Papier gebracht hat. Die verbleibende Zeit wird wohl zu kurz sein. Doch tatsächlich erkennt Harry, dass er sich ohnehin mit anderen Themen hätte beschäftigen müssen, nicht ständig Ausflüchte finden sollen, warum er nicht mal seine eigene Themen aufschreiben kann. Sondern sich den wirklich wichtigen Dingen, dem Schicksal anderer Menschen nämlich, hätte zuwenden sollen. Die Kurzgeschichte endet mit dem Tod von Harry, nachdem dieser im Fieberwahn noch Visionen von seiner Rettung hat.
Diese Geschichte, aber wohl auch deren Verfilmung, stellt für viele Afrika-Reisende auch heute noch Motivation dar, einmal Ostafrika, also Kenia, Tansania, Uganda, aufzusuchen und auf den Spuren des großen Autoren zu wandeln.
Der hatte schon vor dem Schreiben von “The Snow on Kilimanjaro” Ostafrika aufgesucht. 1933 war er für längere Zeit dort, 1953 und 1954 ebenfalls. Neben der besonders bekannt gewordenen Kurzgeschichte schrieb Ernest Hemingway zwei weitere Bücher mit Bezug zu Afrika: “Die grünen Hügel Afrikas” aus dem Jahr 1935 und “Die Wahrheit im Morgenlicht”, welches erst posthum erschien. 1961 hatte der Dichter nach Depressionen Selbstmord begangen.
Auf der Jagd und zwischen Wahrheit und Fiktion
Wenn Hemingway in Ostafrika weilte, fröhnte er seiner Jagdlust. Das verlief beim ersten Aufenthalt noch recht erfolgreich. Doch beim zweiten soll er schon nicht mehr ganz so zielsicher gewesen sein, wenn er Gazellen oder Antilopen erlegen wollte: Der Alkohol vernebelte da schon mal die Sicht. Auch die Geliebten, die er später in Afrika gehabt haben sollen, könnten eher erfunden sein.
Hemingway selbst äußerte sich dahingehen, dass man es in Afrika ohnehin mit der Wahrheit nicht so genau nehme, es störe wenig, wenn manches eben nur Fiktion sei. Was am Morgen noch Gültigkeit besitze, sei am Mittag schon nicht mehr so wichtig, wird er zitiert.
Dass er zwei Flugzeugabstürze überlebte, ist hingegen verbürgt, wobei Hemingway den zweiten der beiden nur unter schwereren Verletzungen überstand, welche schließlich zu seinem rapiden physischen Verfall beigetragen haben mögen. Fasziniert von Afrika, und dann war Afrika doch auch der Anfang vom Ende für Hemingway.
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Schlagworte: Autor, Ernest Hemingway, Flugzeugabsturz, Jagd, Literaturnobelpreisträger, Ostafrika, Safari, Schriftsteller




