Neues aus der Rubrik “Obskures in Afrika”
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Neues aus der Rubrik “Obskures in Afrika”

2. Mai 2011

Zeitungen zu mieten bedeutet keine zu kaufen

Zeitungen zu mieten bedeutet keine zu kaufen

Oft berichten wir über tolle Ideen, schlaue Menschen, die aus einfachen Mitteln eine Lösung für ein Problem finden, wovon ganze Dörfer profitieren. Es geht aber auch in Afrika natürlich häufig in die Richtung, wie man aus wenigen Mitteln Geld bzw. Umsatz erzeugen kann. Davon gibt es heute eine besonders irrwitzige Idee.

In Äthiopien gibt es sogenannte “Zeitungs-Vermieter”, die sich selbst ein Exemplar einer Zeitung anschaffen, um es dann an interessierte — zeitlich begrenzt — weiterzuvermieten. So kostet eine Zeitung beispielsweise etwa 35 US-Cent in Äthiopien. Wer diese vom “Zeitungs-Vermieter” geliehen haben möchte, so dass er sie eine halbe Stunde lang lesen kann, zahlt einen US-Cent an den Vermieter. Findet dieser im Laufe der Zeit ausreichend Mieter/Leser seines Exemplars, macht er Gewinn.

Zeitungsleser auf der Suche nach neuen Jobs

Da die meisten Leser der Zeitung sich für die Stellenangebote interessieren und weniger für aktuelle Nachrichten, stellt es auch kein großes Problem dar, wenn die Zeitung schon einige Tage alt ist. Wichtig ist den Mietern, einen neuen Job zu finden. Nicht, was gerade in Libyen, Kolumbien oder in den USA passiert.

Nach 30-40 Lesern wird die Zeitung dann weiterverkauft, sofern sich noch ein Interessent findet. Ganz am Ende geht die Zeitung dann den Weg, den Zeitungen auch hier gehen: Sie endet als Verpackungsmaterial für Dinge aus dem Haushalt.

Was nach einer cleveren Idee klingt, hat natürlich Nachteile für den Zeitungsverlag. Pro “Zeitungs-Vermieter” 30 oder 40 verkaufte Auflagen weniger, das kann den betreffenden Verlag schon mal in größere Schwierigkeiten stürzen. Obwohl in Äthiopien mit 83 Millionen Menschen die zweitmeisten in der Region der Subsahara leben, existieren in ganz Äthiopien lediglich 24 verschiedene Zeitungen. Und mit diesen Zeitungs-Vermietern werden es sicher nicht so schnell mehr Verlage werden.

Creative Commons License photo credit: knezovjb


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