Kreative Buchführung in Sambia
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Kreative Buchführung in Sambia

26. April 2011

Kupfer- und Kobaltmine

Kupfer- und Kobaltmine

Selten hört man etwas aus Sambia, und in diesem Fall ist es nichts Gutes. Das Unternehmen Glencore, das mit einer Tochterunternehmen Bergbau in Sambia betreibt, hat wohl mit geschickten Tricks und Kniffen vermieden, allzu viele Steuern in Sambia bezahlen zu müssen. Betriebsaufwendungen in dreistelliger Millionenhöhe, die natürlich die Steuerlast senken, stünde kein aufzutreibender Gegenwert gegenüber. Außredem seien die angegebenen Erträge aus den Minen deutlich geringer als bei vergleichbaren Minen von Konkurrenten. Dazu seien die gewonnenen Materialien Kobalt und Kupfer ebenso deutlich unter dem marktüblichen Preis verkauft worden, ein Vorgang, den sich keiner der Steuerprüfer erklären könne.

Aufgrund all dieser Funde hat nun eine Entwicklungsorganisation aus der Schweiz zusammen mit Partnern aus Frankreich und Sambia Beschwerde bei der OECD gegen diese Vorgänge eingereicht. Die OECD ist eine Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit Sitz in Paris. Insgesamt 34 Mitgliedsstaaten umfasst diese, darunter eben auch die Schweiz, Frankreich und Deutschland.

Unerklärlicher Betriebsausgaben schmälern Sambias Steuereinnahmen

Da der Hauptsitz von Glencore in Baar in der Schweiz liegt, ist die Beschwerde bei der OECD möglich. Am Ende dienen die zwielichtigen Maßnahmen in Sambia nämlich vor allem einem Zweck mit genau einer Konsequenz: Die zu zahlende Steuerlast zu senken, woraus der Staat Sambia trotz der auf seinem Land abgebauten Rohstoffe nahezu leer ausgeht.

Dass fehlende Einnahmen im Staatssäckerl sich sehr direkt auf die Qualität der Infrastruktur, des Gesundheitswesens und der Bildung in Sambia auswirken, dürfte auf der Hand liegen. Insofern ist das Gebaren — sofern es so war, wie an diversen Quellen dargelegt — dieses Unternehmens nicht einfach ein Schritt, um möglichst große Gewinne zu erzielen, sondern aktiver Betrug am sambischen Volk und den Entwicklungsmöglichkeiten des Landes. Dass wir allein bei Betriebskosten von 380 Millionen Euro für die Minen nicht von Peanuts Land reden, bei einem Land das weltweit auf Platz 107 des BIP liegt, ist ebenso selbstverständlich.

Creative Commons License photo credit: SidewaysSarah


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