Mami Wata — der afrikanische Wassergeist
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Mami Wata — der afrikanische Wassergeist

22. April 2011

Mami Wata könnte eine Nixe sein

Mami Wata könnte eine Nixe sein

Bislang haben wir hier häufig vom modernen Afrika berichtet, dessen Existenz noch viel zu wenig bekannt ist. Ein modernes Afrika mit Handies, mit Erfindergeist, mit einer wirtschaftlich relativ gesunden Mittelschicht und mit jungen Studenten mit außergewöhnlichen Ideen. Heute wollen wir uns dennoch mal wieder dem alten Afrika zuwenden, das in seiner Gestalt dann doch ein wenig den Klischees entspricht, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass so etwas wie das Folgende schließlich auch noch im hiesigen Kulturraum existiert. Stichwort Klabautermann, Wassernixe und Ähnliche.

Im gesamten West- und Südafrika existiert eine Gestalt, die man am ehesten als Sagengestalt tituliert, denn eine Gottheit ist er/sie/es nicht. Ihr Name ist Mami Wata und sie gilt als Wassergeist. In aller Regel gilt Mami Wata als weibliche Figur. Der Brauch, das Wasser kultig zu verehren, besitzt in Afrika eine lange Tradition. Den konkreten Ursprung von Mami Wata verorten Experten in Nigeria.

Zweischneidiger Charakter des attraktiven Wassergeists

Die eben meist als weiblicher Charakter gedachte Mami Wata hat besonders langes Haar in je nach Darstellung unterschiedlicher Farbe. In den meisten Fällen wird Mami Wata zudem als besonders attraktive, lockende Frau dargestellt. Darin spiegelt sich der verführerische Wesen des Wassers wieder. Es spendet Leben, reinigt und sorgt für Reichtum, kann aber ebenso zerstörerisch auf den Menschen und seine Umwelt einwirken.

Lockt Menschen in die Tiefe — oder in ihr “spirituelles Reich”

Der Sage zufolge soll sie auf dem Wasser Reisende oder Schwimmer dazu verlocken, ihr in ihr Unterwasserreich zu folgen. Andere Versionen sprechen davon, dass sie in ein spirituelles Reich gelockt werden. Sollte der so Angelockte diesen Ausflug mit Mami Wata überlebe, so ist er hinterher der Legende nach ein geläuterter, besserer Mensch, der wärmer und verständnisvoller als zuvor handelt und lebt. Diesen Teil der Sage könnte man sehr leicht damit erklären, dass wer mit dem Wassertod gerungen hat, danach sein Leben und seine Mitmenschen wieder besser zu schätzen gelernt hat.

Der Kult um Mami Wata geht in Teilen Afrikas so weit, dass sie eigene Priester besitzt, zudem Medien, die in ihrem Namen tätig sind. Ihre Legende ist übrigens nicht nur in Afrika bekannt, sondern auch in weiten Teilen der Karibik, aber auch im restlichen Amerika. Ihre Anhänger kleiden sich zum Beispiel in Nigeria oft in Rot und Weiß, und stellen damit ihre Zwiespältigkeit dar. In ähnlicher Weise sind die Altare gestaltet, an denen ihrer gedacht wird.

Das janusköpfige Wesen der Mami Wata

Ihr Name stammt übrigens wie man schon beim Klang der Worte “Mami Wata” vermutet, aus dem Pidginenglisch und stammt tatsächlich vom Englischen “Mommy Water” bzw. Variationen davon ab. Allerdings besitzt sie natürlich auch afrikanische Namen, die für Ausländer

Man braucht angesichts der Ereignisse in Japan nur wenig Phantasie, schon ein einfacher aufbrausender Sturm mit an die Küsten peitschenden Wellen hätte dazu ja genügt, um sich vorzustellen, wie zwiespältig zwischen friedlich da liegend und Tod und Vernichtung bringend das Meer, das Wasser wahrgenommen werden kann und letzlich auch muss. Diese beiden Enden derselben für den Menschen bedeutenden Dimension verkörpert Mami Wata im afrikanischen Raum.

Creative Commons License photo credit: dno1967b


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