Unruhen auch in Benin
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Unruhen auch in Benin

19. April 2011

Die Wahlurnen in Benin sind ausgezählt

Die Wahlurnen in Benin sind ausgezählt

In der deutschen Bloggerszene wird der Prozess der Umwälzungen und Proteste in den Ländern der Welt, die sich ausbreitenden Revolten und der Wunsch nach Freiheit und sozialer Gerechtigkeit gerne als “Länderdomino” bezeichnet. Diesem Vorgang schließt sich in den letzten Tagen auch ein Staat an, über den kaum jemand berichtet. Klar, die Zeitungen und die Aufmerksamkeit der Leser sind endlich, und vielleicht hat es einfach nur noch nicht genügend Tote gegeben. Die Rede ist vom westafrikanischen Benin.

Nach der Präsidentschaftswahl Ende März hatte die Opposition erklärt, das Ergebnis der Wahl nicht zu akzeptieren. Der amtierende Präsident Boni Yayi war wiedergewählt worden. Anhänger des Kandidaten der Opposition, Adrien Houngbédji, blockierten daraufhin einige wichtige Straßenkreuzungen in der Hauptstadt Cotonou* und zündeten Reifen an. Yayi erhielt laut den Auszählungen 53 Prozent der Stimmen, Herausforderer Adrien Houngbédji lediglich 36 Prozent. Dieser bezeichnete das Ergebnis dennoch als Resultat eines Komplotts. Die Polizei von Benin löste die Versammlung der meist jugendlichen Demonstranten schließlich mit dem Einsatz von Tränengas auf.

Der alte Präsident von Benin ist auch der neue

Der wiedergewählte Präsident Yayi ist nicht frei von Skandalen. Und auch wenn man zurecht fragen darf: Welcher Politiker ist das schon, hat sein letzter Skandal doch eine gewisse Dimension. (Wir berichteten vom kriminellen Schneeballsystem aus dem Benin.) 130.000 Menschen waren betroffen, deren Gelder nun vollends verloren sind. Erstaunlicherweise hatte der Skandal allerdings kaum Auswirkungen auf den Wahlkampf und das Vorfeld der Präsidentschaftswahlen.

Wenn auch Benin als Vorzeigeland in Sachen Demokratie in Westafrika gilt, so sind diese Unruhen nun gerade angesichts der Ereignisse in der Elfenbeinküste natürlich problematisch. Bleibt es allerdings bei diesen vergleichsweise geringfügigen Ausschreitungen sehr junger Menschen, dann ist das Land Benin weiterhin auf einem guten Weg. Sofern das verkündete Ergebnis dem tatsächlichen entspricht und nicht nachträglich noch Fälle von Missbrauch bekannt werden. Alle Wahlberechtigten elektronisch zu erfassen stellte die Infrastruktur des Landes schon vor nicht geringe Probleme. Diesbezüglich gibt es auch Berichte von Ungereimtheiten.

Ein neuer Bürgerkrieg droht in Benin nun allerdings nicht und der neue und alte Präsidente Boni Yayi wird mit seiner absoluten Mehrheit hoffentlich — im Sinne des Landes, nicht im Sinne des nächsten Skandals — stabil weiterregieren können.

* Hauptstadt des Landes Benin ist Porto Novo, Cotonou ist allerdings Regierungssitz sowie wichtigste Handelsstadt des Landes.

Creative Commons License photo credit: DemocracyIntl


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