Das Volk der Dogon
18. April 2011| Tweet |
Die Dogon leben im Osten von Mali und bestehen nur noch aus etwa 350.000 Menschen. Ihre ursprüngliche Heimat war allerdings einmal der Norden von Burkina Faso.
Das Volk der Dogon lebt an den Felsen von Bandiagara, die Teil des Weltkulturerbes der UNESCO sind. Ihre Gesellschaftsstruktur ist patriarchalisch, was bedeutet, dass jedem Dorf ein Dorfältester vorsteht.
Ausgeprägte handwerkliche Fähigkeiten
Besonders berühmt sind die Dogon für ihre ausgefeilten handwerklichen Fähigkeiten. Insbesondere ihre Masken werden sehr geschätzt. In ihrem Kulturgut sind über 100 verschiedene Typen dieser Masken bekannt und werden von Generation zu Generation weitertradiert. Diese werden insbesondere, aber nicht nur, bei den rituellen Feiern der Dogon eingesetzt und sind vor allem bekannt, weil sie ungeheure Ausmaße erreichen.
Neben den Masken arbeiten die Dogon aber auch in anderen Lebensbereichen gerne mit vielen, verschnörkelten Schnitzereien. So sind viele Türen und Türrahmen derartig verziert. Genauso ist die Webkunst bei den Dogon verbreitet, womit keine Internettechnik gemeint ist, sondern das Weben von den für die Dogon typischen Hemden und Mützen.
Die Sprache, die die Dogon sprechen, heißt ebenfalls “Dogon”. Wem das komisch vorkommt, der möge sich fragen, welche Sprache die Menschen in Deutschland sprechen.
Beschneidung von Frauen weit verbreitet
In religiöser Hinsicht zählen die Dogon zu den Stammesreligionen, bei denen besonders die verstorbenen Ahnen geehrt und angebetet werden. Nur sehr wenige der Dogon sind deshalb christlich oder islamisch.
Problematisch ist die bei den Dogon ebenso gepflegte Tradition der Beschneidung. Während die Beschneidung eines Mannes aus medizinischer Sicht eher vorteilhaft ist, geht bei der Beschneidung der Frau der Verlust des sexuellen Empfindens einher. Die Bestrebungen westlich orientierter Organisationen, die Beschneidung der Frauen abzuschaffen oder zumindest einzudämmen, sind bislang noch nicht von dem nötigen Erfolg gekrönt. Mali zählt zu einem der Hauptverbreitungsgebiete dieser schrecklichen Praxis.
Architektonische Meisterwerke und Masken in Aktion
Die Architektur der Dogon ist allerdings von besonderer Außergewöhnlichkeit. Da gerade im Fall von Gebäuden in atemberaubender Kulisse selbst die schönsten Worte nicht so aussagekräftig sind wie Bilder, gibt es hier wieder einmal bewegte Bilder von der Architektur der Dogon, die früher (das ist heute größtenteils anders) ihre Behausungen direkt in die Felsen in der Umgebung bauten. Diese Architektur ist auch der Grund für die Aufnahme der Siedlung ins Weltkulturerbe der UNESCO und man kommt nicht umhin, respektvoll zu staunen, wenn man sieht, welche Meisterleistungen die Erbauer dieser Städte mit bescheidenen Mitteln erstellt haben.
Wo wir gerade schon dabei sind, hier noch ein Video, bei dem auch die oben zitierten Masken der Dogon eingesetzt werden, im Tanz nämlich. Nur zu besonderen Anlässen werden die Masken dann aus ihren Verstecken hervorgeholt und — wie hier zu sehen — eingesetzt.
Ein bemerkenswertes Volk also, wie man sieht, sind die Dogon in Mali, mit Schattenseiten und mit Vorzügen, wie wohl jedes Volk auf diesem Planeten.
photo credit: dorothy.voorhees
Das könnte auch interessieren:
» Burkina Faso: Berlin versteigert für Schlingensiefs Operndorf
» Mali: Bürgerkrieg mit Tuareg in vollem Gange
» Afrika-Cup: Viertelfinale ist komplett
» Spielplan Afrika-Cup 2012
» Nützliche Listen: Afrikas Länder nach dem Zeitpunkt ihrer Unabhängigkeit
Schlagworte: Araber, Beschneidung, Dogon, Ethnie, Felsen von Bandiagara, Handwerk, Mali, Masken, Schnitzereien, Tuareg, Volksgruppe, Xhosa




