Völkerwanderung: Wir sind alle Afrikaner
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Völkerwanderung: Wir sind alle Afrikaner

6. April 2011

Eins der Beutetiere des Menschen: Zebras

Eins der Beutetiere des Menschen: Zebras

Man ist ja gerne geneigt, anzunehmen, dass die gegenwärtigen Verhältnisse a) schon immer so waren und b) auch immer so bleiben werden. Gerne verbunden mit dem Hinweis, dass man hier schließlich in Deutschland (Frankreich, Dänemark ad lib) sei und hier schließlich Deutsche leben würden. Wer also ebenfalls hier leben wolle, solle sich gefälligst an deutsche Gepflogenheiten anpassen.

Dass Zusammenleben nur mit Rücksicht und Kompromissen funktioniert, ist selbstredend unbestritten. Doch schon bei der Frage, was eigentlich deutsch (französisch, dänisch ad lib) ist, kommt man ins Schlingern und bei der weiteren Diskussion, wie lange Deutschland und die anderen Staaten schon und noch existieren, wann sich Grenzen verändern und wie oft, wird man einsehen müssen, dass auf diesem kleinen, aber feinen Planeten nun mal nichts für die Ewigkeit ist. Das gilt für Grenzen genauso wie für Ethnien, Sprachen, Völker und Bündnisse.

Ein kurzer Blick in die allerjüngste Vergangenheit der Spezies Mensch reicht da schon, um allen Nationalisten ein wenig von ihren pseudoüberzeugenden Argumenten zu nehmen. Denn wer sich auf diesem schönen Blog die Wege der Migration von Menschen, bzw. vom Ursprung der Menschheit an ansieht, der erkennt schnell und vor allem mühelos, dass a) alle Menschen einen gemeinsamen Ursprung haben und b) das dieser Ursprung nun mal in Afrika liegt, da kann man seinen Nationalismus drehen und wenden wie man will.

Aller Ursprung liegt in Ostafrika, vor 7 Millionen Jahren

Zu einer Zeit, in der es noch keine Grenzen, keine Staaten und keine Nationalitäten eingetragen im Reisepass gab, wanderte der Mensch dann über die Jahrhunderte und Jahrtausende von Afrika aus über den ganzen Planeten (Stichwort Beringstraße) sogar von Afrika aus bis nach Südamerika.

Grundsätzlich hat die Völkerwanderung bzw. die Menschwanderung vor etwa einer Million Jahren begonnen. Sie ging vom mittleren Osten Afrikas aus in jene Region, welche man heute als “Naher Osten” bezeichnet und nach Europa. Doch auch innerhalb Afrikas galt es noch einiges an Land zu erkunden.

Vor ungefähr 150.000 Jahren war dann bereits ganz Afrika — jene Gegenden, in denen menschliches Leben möglich ist, natürlich nur — vom Homo Sapiens besiedelt. Erst (oder schon, je nach Sichtweise) vor 70.000 Jahren wurde dann Afrika verlassen. In dieser kurzen Zeit schaffte es der Mensch, den kompletten Planeten zu besiedeln, von Grönland bis zum tibetanischen Hochland.

Immer dem Beutetier nach — bis nach Australien, bis nach Südamerika

Europa, Asien und Australien waren schon circa 40.000 vor Christus komplett erschlossen, es folgten die amerikanischen Landstriche und zuletzt die Inseln im Pazifik, vor etwa gerade mal 2000 Jahren, also um die Geburt Jesus Christus’ herum.

Doch wie man nicht erst seit dieser eindrucksvollen Karte weiß, waren die Bewegungen der Völker damit noch lange nicht zu Ende. Innerhalb Europas, aber auch aller anderen Regionen, beeinflussten klimatische Verhältnisse und Veränderungen den Aufenthaltsort diverser Völker immer wieder aufs Neue.

Die Wiege all dieser Ethnien, die es in so vieler Zahl inzwischen auf diesem Planeten gibt, die Wiege aber steht unbestritten in Afrika, und zwar im Osten von Afrika.

Freiwillig waren die Bewegungen der Menschen übrigens nicht, so als würde man plötzlich auf die Idee kommen, doch nach einem besseren Fleckchen Erde zu streben. Die allermeisten dieser Bewegungen begründen sich darin, dass zunächst die Beutetiere, die der Mensch zur Ernährung und damit zum Überleben benötigt, an andere Orte zogen, wenn sich die klimatischen Begebenheiten änderten. Der Mensch zog dann gezwungermaßen hinterher.

Der Überblick noch mal auf der gesamten Karte der Wanderungen des Menschen.

Creative Commons License photo credit: Michael Bentley


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