Entscheidung in der Elfenbeinküste?
5. April 2011| Tweet |
Aktuell kommt es zu militärischen Auseinandersetzungen, was immer viel zu bürokratisch für etwas klingt, was nichts anderes bedeutet, als dass Menschen versuchen, sich gegenseitig umzubringen, um die Macht im Lande.
Nach dem demokratischen Wahlen, die der alte Präsident Laurent Gbagbe verlor, klammerte dieser sich dennoch an sein Amt. Die Opposition hat trotz Vermittlung der UNO die Geduld verloren und rückt zur Stunde auf den Präsidentenpalast vor — in schwerer Bewaffnung.
Präsidentenpalast schwer umkämpft, Abidjan ist Schlachtfeld
Die Hauptstadt Abidjan ist Schauplatz von Kämpfen der Anhänger von Alassane Ouattara und den Truppen des vorigen, aber nicht mehr rechtmäßigen Präsidenten. Aktuell berichten die größeren deutschen Medien davon, dass der Präsidentenpalast bereits von der Opposition eingenommen worden sein soll.
Einen “Live-Ticker” zu den Ereignissen, wie es ihn noch beim Umsturz in Tunesien und in Ägypten allerorten gab, sucht man allerdings zumindest im deutschsprachigen Netz vergeblich. Da landet man mit seiner Suche nach einem solchen bei Spielen der WM 2010 zwischen der Elfenbeinküste und bezeichnenderweise Japan.
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, als mäßen die Entscheider in den Redaktionen bei Umstürzen und Bürgerkriegen oder bürgerkriegsähnlichen Zuständen immer noch mit zweierlei Maß. Ist es nur die wirtschaftlich und für die Weltpolitik relativ unbedeutende Elfenbeinküste, die um die Umsetzung ihrer Demokratie kämpft, dann reichen auch ein, zwei Artikel pro Tag, während es für Ägypten eben gleich eine Armada von Live-Tickern sein muss.
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Schlagworte: Abidjan, Alassane Ouattara, Bürgerkrieg, Demokratie, Elfenbeinküste, Guillaume Soro, Laurent Gbagbo, Militär, Polizei, Präsidentenpalast, Premierminister, UNO




