Millionäre in Afrika
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Millionäre in Afrika

4. April 2011

Mit allem, was geschmuggelt werden kann, kann man reich werden. So auch mit Medikamenten.

Mit allem, was geschmuggelt werden kann, kann man reich werden. So auch mit Medikamenten.

Die gibt’s auch, Millionäre in Afrika, nicht viele, angesichts der Größe des Kontinents. 100.000 sollen es etwa sein. Und sogar 10 Milliardäre leben in Afrika, wie Deutschland-Radio berichtet.

Eingeleitet wird der Bericht mit einem Bericht über den Vater eines der reichsten Afrikaner überhaupt, Samuel Eto’o, Stürmer bei Inter Mailand, zuvor beim FC Barcelona tätig. Aber es geht nicht um Fußball und auch nicht um Sport in dem Beitrag, sondern um den afrikanischen Umgang mit Reichtum. Der anders ist als er bei den meisten Reichen in Europa vor sich geht.

Der Reichtum eines Mannes, einer Familie oder eines Clans stehe in Afrika stets auf “tönernen Füßen”, so ein Befragter im Beitrag. Man sei dazu moralisch verpflichtet, seinen Nächsten etwas abzugeben. So schenkte letztens Samuel Eto’o seinen Mitspielern in der Nationalmannschaft je eine Uhr im Wert von 30.000 Euro. Das Geld ist für Eto’o natürlich weg. Und auch wenn bei ihm (zur Zeit) genug Geld nachkommt: An Aufbauen, an Bewahren und an die Zukunft wird nicht unbedingt gedacht.

Dass der Beitrag überhaupt zustande kommt, ist nicht selbstverständlich. Denn die Reichen, mit denen DeutschlandRadio sprechen möchte, haben wenig Interesse, über die Herkunft ihrer Gelder Auskunft zu geben. Man zeige gerne, was man hat. Umso unlieber spreche man aber darüber. So sei die Mentalität in Afrika.

Wo kommt der plötzliche Reichtum her?

Viele von ihnen seien durch Schmuggel zu Reichtum gekommen, Schmuggel von Drogen oder Anderem. Ihr Reichtum sei eher ungewohntes Bild in Afrika, doch wenn Zigaretten, Medikamente oder noch schlimmer Menschen geschmuggelt würden, dann bliebe eben eine ordentliche Stange Geld über für jene, die den Schmuggel betreiben.

Dabei sind jene Länder, in denen diese neuen Reichen auftreten, meist im Durchschnitt von extremer Armut geprägt. Manchmal sind es mehr als 50 Prozent der Bevölkerung, die unterhalb der Armutsgrenze leben. Und da ein Großteil der Tätigkeiten von kleinen Händlern, Schustern oder Arbeiter gar nicht besteuert wird, fehlen dem Staat auch die Mittel, um etwas am Verlauf dieser Schere zu ändern. Zudem sei die Steuermoral ausgeprägt schwach, wobei sich damit die Katze wieder in den Schwanz beiße: Weil so wenige ihre Steuern bezahlen, ist der Staat so finanzschwach, weshalb sich nichts an der wirtschaftlichen Lage ändert, weshalb nur wenige Menschen überhaupt Steuern erwirtschaften.

Neben den geringen Steuereinnahmen gibt es aber noch ein weiteres Problem: die “Kapitalflucht”. Viele der Reichen, ob alt oder neu, verspüren nur wenig Interesse, in der Heimat etwas aufzubauen, indem sie ihr vorhandenes Kapital investieren (und nicht einfach nur gönnerhaft verschenken) — sie versuchen, so viel wie möglich von ihrem Geld ins Ausland zu schaffen und dort meist in Saus und Braus zu leben.

Staatschefs oft selbst beteiligt

Strohmänner und Scheinfirmen bewirken zusammen, dass das Geld in irgendwelchen Steueroasen geparkt wird, die Kontrollen in den meisten afrikanischen Ländern bei der Ausreise sind lax, inbesondere wenn bekannt ist, dass der Ausreisende über Vermögen verfügt. Aufklärung gibt es selten, Strafen noch viel seltener.

Dazu sind es oft die Staatschefs selbst, die Gelder ins Ausland schleusen. Zuletzt gesehen bei Ben Ali und auch bei Gaddafi, dessen Konten in der Bundesrepublik eingefroren wurden. Wenn der Fisch vom Kopf her stinkt, wie soll dann die übrige Bevölkerung oder der einfache Steuerbeamte dieses System umdrehen? Unmöglich.

Creative Commons License photo credit: ciccioetneo :: Praying for Japan


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