Mji Mkongwe — Steinstadt von Sansibar
31. März 2011| Tweet |
Natürlich ist die Steinstadt von Sansibar aufgrund ihres Alters und ihrer ansehnlichen Architektur ein Anziehungspunkt für Touristen, nicht zuletzt weil ganz Sansibar an sich schon eine Reise wert ist.
Die Steinstadt besteht aus vielen kleinen Boutiquen, Geschäften, Basaren und Moscheen, gleichzeitig ist die Mischung der Architekturstile höchst eigenartig und interessant. Europäische, persische, aber auch indische wie arabische Einflüsse werden hier sichtbar. Besonders typisch sind die großen Verandas, die fast alle Gebäude kennzeichnen.
Die Steinstadt von Sansibar zählt seit dem Jahr 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO, allerdings bedeutet dies nicht, dass die komplette Stadt unter Denkmalschutz steht. Deshalb ist ein Großteil der Häuser auch in bedauernswertem Zustand. Dem Land fehlt das Geld für eine adäquaote Pflege der Zeitzeugen vergangener Tage, die Besitzer können die Summen meist ebenfalls nicht aufbringen.
Begonnen wurde mit ihrem Bau wohl etwa 1830, an der Stelle eines damaligen Fischerdorfes, welches durch die neuen Bauten sukzessive ersetzt wurde. Bereits 1840 verlegte der damalige Sultan seinen Sitz vom Oman in die Steinstadt von Sansibar. 1861 wurde Sansibar dann infolge eines Krieges unabhängig, so dass der hier ansässige Sultan nur noch der Herrscher von Sansibar war und nicht mehr vom inzwischen abgefallenen Oman.
Zu den interessantesten Gebäuden in der Steinstadt zählen folgende größere und bekannte:
- Beit-al-Ajaib, auch bekannt als “Palast der Wunder”, ehemalige Residenz des Sultans, erbaut von 1883 bis 1886, erstes Gebäude in Sansibar mit Elektrizität, zudem erstes Gebäude in ganz Ostafrika mit einem Lift
- Ngome Kongwe, zu deutsch das “Alte Fort”, direkt gegenüber des Palastes der Wunder, schweres Steinfort, erbaut im 17. Jahrhundert
- die Persischen Bäder Hamamni, die für den Sultan Barghash Bin Said gebaut wurden, errichtet im 19. Jahrhundert, in Gebrauch nur bis 1920
- die anglikanische Kirche “Christ Church”, gebaut für den Bischof von Sansibar, früher stand hier der größte Sklavenmarkt von Sansibar, Monumente, die an diesen unrühmlichen Teil der Geschichte erinnern, liegen neben der Kirche
- die Ithnashiri-Apotheke, erbaut zwischen 1887 und 1894, restauriert ab 1980, diente sie zur Erbauungszeit als eine Art Hospital für Arme
- das Haus von David Livingstone, von hier aus brach David Livingstone zu seiner letzten Expedition nach Tansania auf, ursprünglich für den Sultan Majid bin Said gebaut, später von Missionaren aus Europa genutzt
Wer die Steinstadt von Sansibar erreichen möchte, kann dabei sogar auf einen kleinen Flughafen zurückgreifen. Ansonsten bewegt man sich auch in dieser Region Afrikas hauptsächlich mit Sammeltaxen fort.
Nicht ganz uninteressant: Freddie Mercury wurde in der Steinstadt zu Sansibar geboren, bevor er schließlich nach Großbritannien zog und zur Weltkarriere ansetzte. Ob er seinen Geburtsort “Steinstadt” je in einem seiner Songs gewürdigt hat, ist nicht überliefert.
Die Temperaturen schwanken durchschnittlich zwischen 20 und 30°C über das Jahr hinweg, ein Aufenthalt in der Steinstadt kann also mehr oder weniger unabhängig von der Jahreszeit geplant werden.
Ein komplettes Panorama-Bild der Steinstadt von Sansibar, welches auch nicht über den wahren Zustand der Gebäude hinwegtäuscht, gibt es unter dem folgenden Link bei Wikipedia.
photo credit: Willem vdh
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