Südsudans Unabhängigkeit und mögliche Auswirkungen
25. März 2011| Tweet |
Galten bislang die auf der Berliner Afrika-Konferenz festgelegten Grenzen als unantastbar, auch von afrikanischer Seite selbst aus — einzige Ausnahme war die Bildung des neuen Staates Eritrea in Abspaltung von Äthiopien im Jahr 1993 — so könnte die Unabhängigkeit des Südsudan einen Domino-Effekt auslösen, der zu unabsehbaren Folgen führen könnte.
Es gibt nicht wenige Regionen in Afrika, die gerne einen eigenen Staat bilden würden, nicht zuletzt häufig aufgrund von ethnischen oder religiösen Unterschieden. So ist in Nigeria der Norden des Landes islamisch geprägt, der Süden hingegen christlich orientiert. Hier könnte ebenso eine Spaltung drohen wie zum Beispiel in Darfur, aber auch in der Demokratischen Republik Kongo, dessen Norden gerne abtrünnig wäre, ebenso der Riss der durch die Elfenbeinküste geht: Eine Gruppierung im Norden, eine andere im Süden.
Auch die leidige umkämpfte Teilrepublik von Angola, Cubanda, hat Interesse an einer Selbständigkeit. Dazu muss man sich die riesige Zahl an unterschiedlichen ethnischen Gruppen im gesamten Afrika vor Augen halten. Dass es da bei einem einsetzenden Domino-Effekt nicht annähernd bei den zur Zeit existierenden 53 Staaten bleiben würde, versteht sich fast von selbst.
Begrüßenswert ist selbstredend eine politische Unabhängigkeit durchaus, doch muss man die berechtigte Frage stellen, wie all diese Staaten wirtschaftlich überleben können sollen, wenn selbst die eigentlich besser ausgerüsteten, größeren, ursprünglichen Staaten meist kein Bein auf den Boden bekommen.
Antworten auf diese Frage sind aber nicht so einfach zu geben, denn wer will die Waage stellen, auf deren Schalen man diese Abwägungen durchführen kann?
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Schlagworte: Darfur, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Grenzen, Nigeria, Sudan, Südsudan, Unabhängigkeit





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