Unsägliche Dekadenz in Äquatorial-Guinea
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Unsägliche Dekadenz in Äquatorial-Guinea

21. März 2011

Hauptsache man fährt gut

Hauptsache man fährt gut

Regelmäßigen Lesern unseres Blogs dürfte diese Tatsache bekannt sein: Äquatorial-Guinea gehört im ohnehin schon armen Afrika zu den allerärmsten Staaten des Kontinents.

Seit über 30 Jahren ist der Teodoro Obiang Nguema Mbasogo der “Präsident” des Landes. Allein die Dauer seiner Regentschaft lässt schon Rückschlüsse zu, dass er sich keiner demokratischen Wiederwahl stellen muss. So verwundert es nicht, dass auch der Sohn des Präsidenten Mitglied der Regierung ist.

Dieser fällt jetzt durch besondere Dreistigkeit und Dekadenz angesichts der Lage der Bevölkerung in dem von ihm mitregierten Land Äquatorial-Guinea auf. Und Deutschland spielt auch eine Rolle dabei. Denn der Präsidentensohn und Minister verspürte das dringende Bedürfnis nach einem Wassergefährt, und da kann es eben kein einfaches Bötchen sein, da muss es eine Luxusjacht für annähernd 300 Millionen Euro sein.

300 Millionen Euro für ein einziges Schiff, das keinem anderen Zweck dient, die Prunksucht des Ministers zu befriedigen und sein Freizeitvergnügen zu vergrößern. Gebaut werden soll die Jacht in einer Werft in Deutschland, und zwar in Schleswig-Holstein.

Statt das Land zu entwickeln, wird das Geld verprasst

Die Arbeitslosenquote in Äquatorial-Guinea liegt derweil bei 30 Prozent und somit bei einem der schlechtesten Werte weltweit. Die Wasser- und die Energieversorgung in Äquatorial-Guinea sind trotz beachtlicher Einnahmen aus dem Erdöl-Export katastraphol. Zudem werden Vorwürfe erhoben, dass der Präsidentensohn das immense Geld für den geplanten Kauf der Luxusjacht ohnehin nur aus Korruption und Veruntreuung erhalten haben könne. Kaum erstaunlich, dass der Mann jetzt bereits Luxuswohnungen in den USA und Privatflugzeuge besitzt.

Die unrühmliche Rolle westlicher Länder bei derartigen Geschäften wird allerdings ebenfalls kritisiert, denn obwohl man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wisse, woher das Geld für den Kauf dieser Jacht stamme, störe man sich nicht daran und sei im Gegenteil froh, den Auftrag zu erhalten.

Die betroffene Werft äußert sich selbstverständlich grundsätzlich nicht zu Anfragen bezüglich Kunden und Aufträgen.

Creative Commons License photo credit: CHRISTOPHER MACSURAK


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