Weltsozialforum im Senegal eröffnet
17. März 2011| Tweet |
Im Senegal wurde Anfang Februar das bereits zehnte “Weltsozialforum” eröffnet. Ein Marsch durch die Hauptstadt des Senegals, Dakar, bildete den Auftakt zu einer ganzen Reihe von Veranstaltungen anlässlich der Durchführung dieses Forums. Ziel des Wirkens dieser kongressartigen Einrichtung ist vor allem der Kampf gegen den Neoliberalismus.
Explosionsartiger Teilnehmerzuwachs aus Afrika
Zum ersten Mal gab es derart vielen Teilnehmer aus afrikanischen Staaten wie bei diesem Forum in Dakar im Senegal. Bei der Vorgängerveranstaltung in Rio de Janeiro waren es noch nur knapp 30 Teilnehmer insgesamt aus Afrika gewesen, in Dakar hingegen kamen Tausende aus allen möglichen afrikanischen Staaten zusammen, nicht allein aus den direkten Anrainerstaaten.
Auf dem Campus der Uni “Cheikh Anta Diop” hielt Boliviens Präsident Evo Morales zu Einheit im Kampf gegen Ausbeutung, für Bildung und gegen Umweltverschmutzung auf. Da waren circa 50.000 Menschen seine Zuhörer im Westen von Afrika auf dem Campus anwesend. Für dieses Treffen waren Vertreter aus genau 123 Ländern angereist. Nach Ablauf der Veranstaltung hatten über 1.200 Organisationen ihre Anliegen vorstellt und weiter publik gemacht. Dabei reichte die Palette von Organisationen gegen Kindesmissbrauch über Proteste gegen das Unsoziale beim gegenwärtigen Umbau der Welt bis hin zu Forderungen nach mehr Arbeitsplätzen.
Bunt gemischte Forderungen mit dennoch eindeutigen sozialem Tenor
Neben der grundsätzlich positiven Nachricht, dass dieses Forum in Dakar stattfand, gab es auch leichte Kritik an den Veranstaltern. Zu wirr und zu chaotisch sei dieses Forum abgelaufen. Da kaum Internetzugang vorhanden war und andererseits viele Teilnehmer kaum Erfahrung mit der Internetnutzung hatten, war nicht immer eindeutig auszumachen, welche Veranstaltung, welches Plenum und welche Diskussion zu welchem Zeitpunkt an welchem Ort stattfinden. Eine eher vernachlässigenswerte Kritik, sieht man sich den insgesamt gestiegenen Einfluss dieses Forums und seine zunehmende Bedeutung nicht nur für die konkreten Teilnehmer, sondern auch in der medialen Beachtung in der ganzen Welt an. Dennoch: Die Organisation des nächsten Weltsozialforums dürfte gerne etwas strukturierter ablaufen.
Kritik an der Organisation, zu wenig Platz, zu wenig Infos
Schließlich sind die vielen Menschen, die ihre Mühe und Arbeitszeit in die Vorbereitung der etlichen Workshops und Diskussionsrunden zu Themen wie Migration, Frauenpolitik oder Ernährungskrise gesteckt haben, am besten durch eine erfolgreich verlaufende Veranstaltung dazu zu bewegen, auch beim nächsten Mal wieder mit Herz und Engagement dabei zu sein. Und von diesem Engagement lebt die Veranstaltung am Ende.
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Schlagworte: Arbeitsplätze, Bolivien, Dakar, Globalisierung, Kindesmissbrauch, Weltsozialforum




