Wie die EU afrikanische Fischer in die Arbeitslosigkeit treibt
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Wie die EU afrikanische Fischer in die Arbeitslosigkeit treibt

10. März 2011

Fischerei im Senegal ist nicht unproblematisch

Fischerei im Senegal ist nicht unproblematisch

Fischereibestände in den Gewässern vor dem Senegal. Als normal gebildeter und informierter Mensch würde man annehmen, dass diese Bestände von Fischern aus Senegal genutzt werden. Doch dem ist nicht so, stattdessen sind Fischer aus der EU die aktivsten in den Gewässern vor dem Senegal.

Deren eigene Gewässer sind zunehmend überfischt, so dass sie in andere Länder ausweichen, wo die Fischerei noch nicht allzu weit entwickelt ist. Natürlich bietet man den betroffenen Ländern Ausgleichszahlungen, doch seien diese oftmals viel zu niedrig.

Was dazu führt, dass den Einheimischen Fischern die Arbeitsgrundlage genommen wird, ohne dass sie von den Ausgleichzahlungen leben könnten. Ein erstaunlicher Vorgang: Denn wozu bezahlen die EU und ihre Mitgliedsländer die ganze Entwicklungshilfe, wenn an anderer Stelle den jeweiligen Bürgern die Arbeitsgrundlage entzogen wird?

Joint-Ventures unterlaufen den Stopp der Fischerei-Verträge

2006 stoppte der Senegal die Zusammenarbeit mit der EU bzw. Fischern aus der EU zwar vorerst wieder. Doch die Fischer aus der EU sind so clever, dann eben Unternehmen im Senegal selbst zu gründen und somit weiter an der Fischerei beteiligt zu sein, deren Gewinne nach Europa abfließen, statt ein im Wachstum begriffenes Land zu fördern.

Diese gesamte Problematik ist nicht allein auf den Senegal begrenzt, sondern betrifft auch Guinea, Guinea-Bissau und Mauretanien. Überall in diesen Regionen läuft man inzwischen Gefahr, den Fehler aus vielen EU-Gewässern zu wiederholen: Die Gebiete zu überfischen. Mit dem Unterschied, dass man in der EU seine eigenen Gebiete schädigt, während hier, bei diesen Vorgängen andere Länder Opfer dieser Praktik werden.

Eigentlich ein Skandal, der aber kaum Beachtung findet. In den tagesaktuellen Medien sind solche Verhältnisse höchstens eine Randnotiz, sofern sie überhaupt Erwähnung finden.

Creative Commons License photo credit: John Loo


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3 Kommentare »

  1. Da nimmt man den Senegalesischen Fischern lieber die Fische weg und bezahlt die hochgerüstete FRONTEX (europäische Grenzpolizei). Um damit zu verhindern, dass die Senegalesen, deren Existenz durch die Europäer zerstört wurde, nach Europa einwandern.

    Kommentar by Otto Mayer — 11. März 2011 @ 13:15

  2. “Eigentlich ein Skandal, der aber kaum Beachtung findet.”

    Doch doch, aber erst wenn die Terroristenzucht im Piratenstadium angekommen ist, dann wird alles auf einmal nachgeholt – selbstverständlich aus unserer Opfersicht:

    aus http://zmag.de/artikel/piraten-ein-interview-mit-noam-chomsky/
    “Also wurden ihre Fischgründe sowohl wegen Überfischung durch reiche Ausländer aus Europa, Saudi-Arabien, etc. (ich weiß nicht, ob die USA beteiligt waren) als auch wegen der Vergiftung ihrer Gewässer ruiniert. Diese Fischer haben nur sehr wenige Möglichkeiten, also gingen sie zur Piraterie über.
    Die Piraterie erwies sich als sehr lukrativ. Das ist ungefähr wie Drogenschmuggel in Indien, mit reichen Bossen; sie expandieren zu kriminellen Unternehmen und so weiter.”

    Wenn sie etwas haben, das wir wollen, werden so lange in die Knie gezwungen, bis man sie bekämpfen kann. Supply chain management nennt sowas, zu Hause bei den Fischdieben.

    Die Amis auf Kurs
    Grüsse
    kosh

    Kommentar by kosh — 11. März 2011 @ 15:46

  3. Gibt halt überall kaum noch Fische, wie man hier sieht:

    Bild.

    Kommentar by Heinnichtblöd — 8. Juni 2011 @ 19:54

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