Fischerei im Senegal ist nicht unproblematisch

Fischerei im Senegal ist nicht unproblematisch

Fischereibestände in den Gewässern vor dem Senegal. Als normal gebildeter und informierter Mensch würde man annehmen, dass diese Bestände von Fischern aus Senegal genutzt werden. Doch dem ist nicht so, stattdessen sind Fischer aus der EU die aktivsten in den Gewässern vor dem Senegal.

Deren eigene Gewässer sind zunehmend überfischt, so dass sie in andere Länder ausweichen, wo die Fischerei noch nicht allzu weit entwickelt ist. Natürlich bietet man den betroffenen Ländern Ausgleichszahlungen, doch seien diese oftmals viel zu niedrig.

Was dazu führt, dass den Einheimischen Fischern die Arbeitsgrundlage genommen wird, ohne dass sie von den Ausgleichzahlungen leben könnten. Ein erstaunlicher Vorgang: Denn wozu bezahlen die EU und ihre Mitgliedsländer die ganze Entwicklungshilfe, wenn an anderer Stelle den jeweiligen Bürgern die Arbeitsgrundlage entzogen wird?

Joint-Ventures unterlaufen den Stopp der Fischerei-Verträge

2006 stoppte der Senegal die Zusammenarbeit mit der EU bzw. Fischern aus der EU zwar vorerst wieder. Doch die Fischer aus der EU sind so clever, dann eben Unternehmen im Senegal selbst zu gründen und somit weiter an der Fischerei beteiligt zu sein, deren Gewinne nach Europa abfließen, statt ein im Wachstum begriffenes Land zu fördern.

Diese gesamte Problematik ist nicht allein auf den Senegal begrenzt, sondern betrifft auch Guinea, Guinea-Bissau und Mauretanien. Überall in diesen Regionen läuft man inzwischen Gefahr, den Fehler aus vielen EU-Gewässern zu wiederholen: Die Gebiete zu überfischen. Mit dem Unterschied, dass man in der EU seine eigenen Gebiete schädigt, während hier, bei diesen Vorgängen andere Länder Opfer dieser Praktik werden.

Eigentlich ein Skandal, der aber kaum Beachtung findet. In den tagesaktuellen Medien sind solche Verhältnisse höchstens eine Randnotiz, sofern sie überhaupt Erwähnung finden.

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