Korruption beim Aids-Fond?
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Korruption beim Aids-Fond?

4. März 2011

Where's the money at? Nicht da, wo es hinsoll.

Where's the money at? Nicht da, wo es hinsoll.

Aus gutem Grund halten wir uns hier meistens fern davon, über die unzähligen Spendenmöglichkeiten für Afrika zu berichten. Nicht allerdings aus dem Grund, der gleich folgt, welcher auch ein guter Grund sein könnte. Sondern weil man an allen Ecken und Enden der Gesellschaft und insbesondere der Mediennutzung mit Spendenaufrufen für dies und jenes überflutet wird, und wir hier mehrheitlich über jene Aspekte Afrikas berichten wollen, die eben funktionieren, ohne dass größere Hilfe von außen oder gar von einem anderen Kontinent nötig wäre. Ausnahmen bei unserer Themenauswahl bestätigen die Regel.

Heute müssen wir aber von einem weiteren guten Grund berichten, sich genau zu überlegen, an wen man seine Spendengelder überweist. Denn wie die SZ berichtet, ist der “Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose” ins Zwielicht geraten. Korruptionsvorwürfe machen die Runde. Seit 2002 wurden 10 Milliarden Dollar von dieser Organisation ausgegeben, doch der horrende Wert von bis zu zwei Dritteln (!) der Gelder soll gar nicht beim ursprünglich vorgesehenen Ziel angekommen sein.

Stattdessen sind diese Summen in dunklen Kanälen versickert. Wo genau, das ist bislang unbekannt. Weshalb eine Untersuchung eingeleitet wurde. Bis diese Frage geklärt ist, und natürlich ebenso geklärt ist, wie diese Methoden in Zukunft abgewehrt werden können, hat die Bundesregierung ihre Zahlungen an diese Organisation gestoppt. Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel von der FDP überraschte dabei mit Daten aus einzelnen afrikanischen Ländern die wahlweise den Atem stocken oder die Empörung groß werden lassen.

Bis zu zwei Drittel der Spenden versickern im Nirgendwo

So sollen in Mauretanien tatsächlich 67 Prozent der Gelder verschwunden sein, in Mali immerhin noch 36 Prozent und in Dschibuti 30 Prozent. Deutschland ist drittgrößter Geldgeber dieser Organisation; der größte Geldgeber Schweden hat seine Zahlungen bereits komplett eingestellt. Neben Bill Gates unterstützen auch Bono und die Frau von Frankreichs Präsidenten, Carla Bruni-Sarkozy, diesen Fonds.

Ein Sprecher der Organisation äußerte sich, dass die Korruptionsprobleme der Organisation auch nicht größer als jene vergleichbarer Organisationen sein. Was uns wieder zur Eingangsproblematik führt, dass man selten weiß, in welchen Taschen die Gelder, die man spendet, genau landen. Was eine Empfehlung schwierig werden lässt.

Creative Commons License photo credit: Andrew Morrell Photography


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