Größere Elefanten-Schutzgebiete im Süden Afrikas
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Größere Elefanten-Schutzgebiete im Süden Afrikas

1. März 2011

Bald bessere Bedingungen für Elefanten im Süden Afrikas

Bald bessere Bedingungen für Elefanten im Süden Afrikas

Der größte und auch der bekannteste Nationalpark in Südafrika ist der Krügerpark, der bereits seit 1898 existiert und somit einen der ältesten Nationalparks in ganz Afrika darstellt. In ihm wurden lange Jahre, von Mitte der 1960er Jahre bis in die 1990er Jahre hinein, Elefanten abgeschossen. Auf diese Weise verringerte sich ihr Bestand enorm, bis schließlich 1994 der Abschuss von Elefanten ausgesetzt wurde. Seitdem hat sich die Anzahl der im Krügerpark lebenden Elefanten von 6.000 auf 12.000 verdoppelt.

 

Da Elefanten vor allem in so einer großen Stückzahl wie in diesem Falle einen nicht geringen Einfluss auf das Ökosystem ausüben, denkt man in Südafrika nun darüber nach, eine bestimmte Anzahl an Elefanten wieder zum Abschuss freizugeben. Vorhersehbar ist allerdings, dass dies auf enorme Proteste aus diversen Richtungen stoßen könnte und somit eine Gefahr für das zuletzt immer positivere Image bedeuten könnte. Zudem sind nicht zuletzt die Elefanten eine der wichtigsten touristischen Attraktionen dieser Region.

Allerdings steht auch noch eine andere Lösung für den Umgang mit der so stark gestiegenen Zahl der Dickhäuter zur Debatte: Eine Erweiterung der Schutzgebiete für sie und viele andere Tiere; nicht nur in Südafrika, sondern in quasi allen Ländern des südlichen Afrikas, wozu dann auch Botswana, Angola, Namibia und Sambia zählten. Insbesondere der Chobe-Nationalpark in Botswana wäre darüber sehr glücklich, leidet er doch wie der Krügerpark besonders über den Anstieg der Elefanten-Population.

Elefantenzahl im Krügerpark hat sich seit den 1990er Jahren verdoppelt

Im Gespräch ist die Einrichtung von Korridoren, durch die die Tiere alle beteiligten Länder und deren große Reservatsgebiete erreichen könnten. Dieses Projekt trägt den Namen “KAZA”, kurz für “Kavango-Zambesi Transfrontier Conservation”. Die Fläche des “KAZA” wäre nach Vollendung aller Pläne so groß wie Italien. Allerdings wäre dies kein neuer Nationalpark, sondern eben die Einrichtung der just erwähnten Korridore. Grundsätzlich hatten sich die Regierungschefs der Anrainerstaaten bereits im Jahr 2006 zur Erschaffung dieser Korridore verpflichtet. Erst jetzt aber wird ernsthaft an der Umsetzung gearbeitet.

Finanziert wird das Vorhaben nicht nur von den beteiligten Ländern Südafrika, Botswana, Sambia, Namibia und Angola, sondern auch durch Gelder aus der Entwicklungshilfe verschiedener Industriestaaten, somit ist auch Deutschland finanziell ins “KAZA” involviert.

Nutznießer wären neben den so überleben könnenden Elefanten auch die Staaten selbst, in denen bislang eher wenige Elefanten leben. Botswana und Südafrika sind mit hohen Zahlen an Elefanten gesegnet, während in Namibia, Angola und Sambia recht wenige Exemplare dieser Art leben.

Elefanten und Einwohner wären Nutznießer von mehr Tourismus

Touristen aber lassen sich vor allem durch diese großen Tiere anziehen, worauf die Länder schließlich spekulieren. So nützte der Korridorbau nicht allein den nicht abgeschossenen Elefanten, sondern eben auch den Einwohnern der beteiligten Länder. Um dieses neu entstehende, zusammenhängende Gebiet für Touristen besonders attraktiv zu machen, soll die Einreise in dieses riesige Areal mit einem einzigen Visum möglich werden, statt für jedes der Anrainerländer, zu denen übrigens auch Simbabwe zählt, ein jeweiliges Visum zu fordern.

Am Ende werden nicht weniger als 36 Nationalparks miteinander verbunden sein. Aufgrund der Tatsache, dass die Pläne ein grenzüberschreitendes Vorhaben beschreiben, ist es auch in die Liste der “Peace Projects” aufgenommen worden und wird von der Peace-Parks-Foundation unterstützt. Deshalb existiert auch eine Webseite (leider auf englisch), die weitere Details zu “KAZA”, der “Kavango-Zambesi Transfrontier Conservation” verrät. Der Link zu dieser Webseite findet sich hier.

Ein sinnvolles Projekt, das offensichtlich allen Beteiligten nur Vorteile bietet, ein klassische “Win-Win-Situation” und für den der Wildhüterei Fernen klingt es auch allemal besser, als die Tiere einfach abzuschießen.

Creative Commons License photo credit: belgianchocolate


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1 Kommentar »

  1. [...] schon vor einiger Zeit über den geplanten neuen, viel größeren und mehrere Länder umfassenden Kavango-Sambesi-Nationalpark im Süden Afrikas berichtet. Dabei geht es darum, dass länderübergreifende Korridore eingerichtet [...]

    Pingback by Neues zum Kavango-Sambesi-Nationalpark | Touring-Afrika: Afrika Blog — 11. Juni 2011 @ 11:01

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