Eisenbahn auf Madagaskar
17. Februar 2011| Tweet |
Auf Madagaskar gibt es zwei verschiedene Gesellschaften, die ein Bahnsystem betreiben. Madarail betreibt dabei drei der vier Bahnlinien Madagaskars, wobei Madarails Linien alle im Norden des Landes liegen. Die einzige im Süden befindliche Bahnlinie wird von der Gesellschaft FCE betrieben. Zusammen erreichen diese vier Strecken eine Bahnsystemlänge von 670 Kilometern.
Schon 1901 wurde damit begonnen, Schienen zu legen und die Strecke den Bedürfnissen von den damals recht schwachen Lokomotiven anzupassen. Eingeweiht wurde die erste Strecke auf Madagaskar schließlich im Jahr 1909. Die erste Strecke war jene von Brickaville nach Tamatave.
Bis 1936 folgten dann die weiteren drei Hauptstrecken; es existieren noch einige kleinere Stichstrecken an den großen Hauptstrecken, die aber aufgrund ihrer geringen Länge hier nicht weiter verfolgt werden. Bemerkenswert bleibt, dass die zwei unterschiedlichen System im Norden und im Süden des Landes nie miteinander verbunden wurden. Sicher eine Seltenheit in der an sich schon oft vor Skurrilitäten wimmelnden Welt des Schienenverkehrs.
Zwei unabhängige Bahnsysteme auf der Insel: Nord und Süd
Damals eine große Errungenschaft, sieht die Gegenwart des Eisenbahnverkehrs auf Madagaskar gar nicht mehr so rosig aus: Es existieren zwar sieben Lokomotiven auf der Insel, fahrbereit war bis vor einiger Zeit jedoch nur noch eine. Vom Staat wurden die Strecken komplett heruntergewirtschaftet, so dass die Mitarbeiter teils monatelang auf ihren Lohn warten mussten. Ab 2003 fand dann die Privatisierung in die zwei unabhängigen Gesellschaften statt, welche auch heute noch Bestand hat.
Teil dieser Maßnahme war es, fünf neue Loks anzuschaffen, zum Teil mit Geldern der Weltbank finanziert. Bis 2008 war dennoch nur der südliche Teil des Netzes von Madagaskar in der Lage, Personen zu befördern.
Gerade diese südliche Strecke gilt übrigens als echtes Highlight für Eisenbahn-Liebhaber, führt sie doch auf ihrem knapp 160 Kilometer langen Weg über 67 Brücken und durch 48 Tunnel. Eine bemerkenswert hohe Zahl.
Mittlerweile werden auch im Norden wieder Personen befördert, allerdings nur auf Teilen des Gesamtnetzes der nördlichen Bahn, zudem fahren die Züge oft nur drei Mal pro Woche und somit nicht täglich.
Impressionen von der Eisenbahn auf Madagaskar in Bewegtbildern und Fotos
Ebenso bemerkenswert wie die schöne südliche Strecke ist die Tatsache, dass Madagaskar als eines der ganz wenigen Länder in Afrika inzwischen wieder über eine Straßenbahn verfügt. Deren Route umfasst zwar ebenfalls nur sehr geringe fünf Kilometer, dennoch ist damit und mit der Revitalisierung des Bahnnetzes ein Anfang gemacht, um dem Schienenverkehr auf Madagaskar zu neuer Blüte zu verhelfen. Im Sinne des wirtschaftlichen Aufschwungs auf Madagaskar, im Sinne der Transportmöglichkeiten auch für Personen wie auch im Sinne der bei den beiden Bahngesellschaften Beschäftigten.
Wie das dann aussieht, wenn auf Madagaskar eine Eisenbahn fährt und neben Gütern auch Menschen transportiert, zeigen dieses Bild von Peter Wichmann und dieses Bild von Romain Philippon.
Und als guten Service wie immer, wenn wir etwas Passendes finden, hier auch ein Video von der Bahn auf Madagaskar:
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Schlagworte: Brickaville, Eisenbahn, FCE, Insel, Lokomotive, Madarail, System, Tamatave, Verkehrswege





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Pingback by Eisenbahn auf Madagaskar « Geschichten von der Bahn — 20. Februar 2011 @ 00:03