Die Katastrophe vom Nyos-See
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Die Katastrophe vom Nyos-See

11. Februar 2011

Manche Seen in Kamerun bergen unsichtbare Gefahren

Manche Seen in Kamerun bergen unsichtbare Gefahren

Ein weniger angenehmes Thema füllt heute unser Blog: Die Katastrophe vom Nyos-See in Kamerun. Dieser See ist einer von nur drei weltweit (bekannten) Seen, die mit Kohlendioxid gesättigt sind. Die beiden anderen bekannten Seen liegen ebenfalls in Afrika, einer sogar nur 100 Kilometer vom Nyos-See entfernt auch in Kamerun, der andere zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda. Doch nur beim Nyos-See ereignete sich bislang eine Katastrophe mit Todesfolgen für die Anrainer.

Unterhalb des Sees befindet sich eine Magmakammer, die im Laufe eines Jahres bis zu 90.000 Tonnen Kohlendioxid in das Wasser des Sees abgibt. Das tiefer liegende kältere Wasser vermag bis zum Zehnfachen dessen an Kohlendioxid zu speichern wie die höher liegenden wärmeren Wasserschichten. Kommt es aufgrund von Erdbewegungen zu abrupten Durchmischungen der Wasserschichten, so gasen die überaus gesättigten Wasserschichten das darin enthaltene CO2 urplötzlich aus. Da das Gas schwerer ist als Luft, sammelt es sich am Boden im Umfeld des Sees und strömt durch die weitere Gegend, wobei es natürlich unsichtbar ist. Schon eine Konzentration von 5% von Kohlendioxid in der Luft führt zu Bewusstlosigkeit bei Mensch und Tier, mehr als 8% Konzentration führen automatisch zum Tode.

Bei plötzlicher Ausgasung starben 1.700 Menschen in Kamerun

Auf diese Weise erklärt sich die Katastrophe vom Nyon-See, die sich im August 1986 in Kamerun ereignete. Eine der zuvor geschilderten plötzlichen Ausgasungen fand gegen Abend statt, die Gase strömten in zwei naheliegende Täler und kosteten 1.700 Kameruner und Tausende von Tieren das Leben — und das sogar noch in knapp 30 Kilometern Entfernung vom Seeufer.

Um die Wiederholung einer solchen Katastrophe zu verhindern, wurden zahlreiche Untersuchungen durchgeführt. Mittlerweilei ist seit 2001 ein Rohr in der Mitte des Sees in Betrieb, welches zu regelmäßigen Ausgasungen der tieferen Wasserschichten führt, wobei sich die Konzentrationen an lebensgefährlichem CO2 allerdings in unbedenklichen Ausmaßen bewegen. Um den gesamten See auf diese Weise dauerhaft und regelmäßig zu entgasen, wären noch drei bis fünf weitere solcher Rohre nötig, für deren Bau aber zur Zeit das Geld fehlt.

Der vom selben Phänomen betroffene See in Ruanda soll in Kürze ähnliche Rohre erhalten, um dort die Gefahr ebenfalls zu senken.

Creative Commons License photo credit: tlongacre


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2 Kommentare »

  1. In Kamerun ist es nie das Geld das fehlt. Kamerun ist ein Land mit Öl, Mineralien etc. Es werden nur die falschen Prioritäten gesetzt bzw. absolutes Desinteresse der Machteliten. Eine neue Katastrophe würde ja “nur” die politisch wenig interessante Landbevölkerung treffen. Also wird es -weil die nötigen Rohre nicht gebaut werden- eine neue Katastrophe geben.
    Es gibt auch nach wie vor nicht einmal ein ordentliches Katastrophenwarnsystem. Das Ganze ist sehr traurig.
    Volker Seitz, Autor “Afrika wird armregiert” 2011

    Kommentar by Volker Seitz — 12. Februar 2011 @ 10:50

  2. Danke für Ihre zusätzlichen Informationen.

    Wäre noch interessant zu wissen, wie viel oder wenig Kosten der Einbau eines einzelnen dieser Rohre kosten würde. Um einen Begriff dafür zu bekommen, an wie viel oder wenig Geld es dort scheitert.

    Kommentar by Frank — 16. Februar 2011 @ 20:29

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