Alles über den Suezkanal
25. Januar 2011| Tweet |
Er steht jederzeit allen Schiffen offen, auch Kriegsschiffen von Ländern, die sich im Kriegszustand befinden. So wurde es 1888 in der “Konvention von Konstatinopel” vereinbart.
Befahren werden kann der Suezkanal unbeladen von Schiffen jeglicher Größenordnung, beladen von etwa 2/3 aller Tanker sowie nahezu allen Güter- und Containerschiffen. Die Weg-Ersparnis liegt dabei bei enormen Strecken, auf der Route von Ras Tanura nach Rotterdam beispielsweise bei 42% im Vergleich zum Umweg über Kapstadt und Westafrika, was einer Seemeilenzahl von 4.700 (fast 9.000km) entspricht.
Lotsenpflicht auf dem einspurigen Kanal
Da der Kanal einspurig befahren wird, besitzt er drei “Ausweichstellen”, an denen Schiffe aneinander vorbeikönnen, dazu zählt auch der Große Bittersee, in welchem Schiffe auch öfter mal längere Zeit warten müssen, hier ist aber ausreichend Platz dafür vorhanden. Gleichzeitig besteht für die gesamte Länge des Kanals aber eine Pflicht, sich nach Lotsen zu richten. Zwar wird der Verkehr auf dem Kanal natürlich elektronisch verwaltet und geleitet, dennoch sind für die Strecke jeweils vier Lotsen zuständig. Bei einer Reisegeschwindigkeit von etwa 12km/h dauert eine Kanaldurchfahrt zwischen 12 und 16 Stunden.
Es werden auch Gebühren für die Durchfahrt des Suezkanals erhoben, damit erlöste die Betreibergesellschaft bei etwas mehr als 20.000 Schiffen in einem Jahr zuletzt rund 5,3 Milliarden US-Dollar.
Neben insgesamt 14 Fährverbindungen, die den Kanal überqueren, existiert entlang des Suezkanals eine Reihe von Brücken, die bekanntesten unter ihnen sind die “Mubarak-Friedensbrücke” und die “El-Ferdan-Brücke”.
Damals bis zu einem ganzen Monat weniger Reisezeit
Um ein Gefühl für die Dimension der Zeitersparnis zu Zeiten des Baus des Suezkanals zu gewinnen, sei hier kurz die Zahl der Reisetage genannt, die man damals sparte: Für eine Reise von Hamburg nach Bombay waren es 24 Tage, von Genua aus nach Bombay sogar 32 Tage. Verständlich, dass damals viele Seiten ein Interesse am Bau dieses Kanals entwickelten.
Genauso irrsinnig wirkt heute die Vorgehensweise beim Bau des Kanals: bis zu 34.000 Arbeiter hoben den Kanal von Hand (!) aus, indem sie Sand in kleine Körbe schaufelten und dieser per Menschenkette entsorgt wurde. Erst später konnte man auf Baggerschiffe zurückgreifen, wenn der Ausbau im Trockenen beendet und die Flutung von Teilstücken erfolgt war. So erstaunt es nicht, dass der Bau insgesamt von 1859 bis 1869 dauerte und somit eine ganze Dekade verschlang. Das Bauwerk lohnte sich im Anschluss vor allem für die (europäischen) Mittelmeeranrainerstaaten, die gegenüber den nördlicher gelegenen Staaten wie Großbritannien und Deutschland erheblich mehr an Fahrtzeit nach Indien einsparten. Weshalb es ebenso wenig verwundert, dass Großbritannien immer wieder versuchte, den Bau des Kanals zu unterbinden — wie man nicht erst seit heute weiß am Ende erfolglos.
Später wurde der Suezkanal in den zwei Weltkriegen Kriegsschauplatz, in beiden Fällen gelang es den Briten jedoch, die Hoheit über den Kanal zu verteidigen.
Als verbreitetere deutsche Schreibweise gilt übrigens mittlerweile “Sueskanal”, wir haben aus Liebehabertum noch die Schreibweise mit z, “Suezkanal”, für diesen Beitrag gewählt.
photo credit: BlatantWorld.com
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Schlagworte: Containerschiffe, Deutschland, Ersparnis, Großbritannien, Kriegsschiffe, Länge, Lotsenpflicht, Suezkanal, Tanker, Weltkrieg





[...] ist der Suez-Kanal aufgrund der aktuellen Ereignisse ein besonderes Thema, wir hatten uns dem Suez-Kanal vor Kurzem erst gewidmet. Nun aber fragt die Weltöffentlichkeit: Was geschieht mit dem Suez-Kanal, [...]
Pingback by Noch mehr zum Suez-Kanal | Touring-Afrika: Afrika Blog — 7. Februar 2011 @ 15:01