Gesetz für indigene Völker im Kongo
24. Januar 2011| Tweet |
Insbesondere beim Zugriff auf Bildungsmöglichkeiten werden diese Bevölkerungsgruppen in der Republik Kongo noch häufig benachteiligt. Damit wird mit Wirksamwerden der Gesetze Schluss sein.
Die alte Bezeichnung für diese Bevölkerungsgruppe lautet “Pygmäen”, wird aber heutzutage nicht mehr verwendet. Das Justizministerium der Republik Kongo verkündete, dass jene Zeiten, in denen diese Bevökerungsgruppen Menschen zweiter Klasse im eigenen Staat gewesen seien, damit ein Ende fänden. Ob derartige Ausgrenzungen tatsächlich von oben herab abgeschafft werden können, bleibt abzuwarten — wie auch zu hoffen, gleichwohl dies nicht besonders wahrscheinlich klingt.
Ein Anfang ist aber mit der Änderung der Gesetzeslage gemacht.
photo credit: AlkaliSoaps
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Schlagworte: Emanzipation, Gleichstellung, indigene Völker, Pygmäen





“Indigene Völker werden emanzipiert”: kann man jemanden emanzipieren? In der Demokratischen Republik Kongo kämpfen seit langer Zeit die “premiers citoyens”, wie sie auch schon lange heissen, um ihre Rechte. Von den eingewanderten Bantuvölkern als Besitzlose, gar Sklaven behandelt, wurde ihnen seitdem das Landrecht vorenthalten – sie besitzen keinen qm des Bodens, auf dem sie leben, was sie in eine ständige willkürliche Abhängigkeit von der organisierten Bantugesellschaft bringt mit all den Konsequenzen, die das neue Gesetz jetzt zu beheben sucht. Das Grundproblem, von dem in einer landwirtschaftlich orientierten Gesellschaft alles ausgeht, wurde meines Wissens nicht angegangen. Von daher hat das Gesetz eher kosmetischen Charakter und wird die Bürgerrechte der Urbevölkerung eher schwach unterstützen. Aber immerhin ist es ein Ergebnis des Kampfes der “premiers citoyens”, die sich in einem langwierigen und schmerzhaften Prozess aus der traditionellen Abhängigkeit lösen und gleiche Rechte einfordern sowie Gestaltungsmöglichkeiten, wie die sie umgebende Bevölkerung immer schon hatte.
Kommentar by Wolfgang Leinen — 25. Januar 2011 @ 10:08