Afrika im Aufschwung
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Afrika im Aufschwung

19. Januar 2011

Handelsvolumen mit China verhundertfacht

Handelsvolumen mit China verhundertfacht

Die Überschrift mag ein wenig seltsam anmuten, da doch gerade der Elfenbeinküste die innere Stabilität um die Ohren fliegt und sich in Tunesien und Algerien die Proteste auf den Straßen mit etlichen Toten hochschaukeln: Insgesamt gesehen befindet sich Afrika in einem deutlichen Aufschwung. Welcher sogar die Experten der westlichen Industrienationen überrascht. Nun seien die Staaten Afrikas derart im Kommen, dass es schon an die asiatischen “Tigerstaaten” erinnere. Das Wachstum beträgt in den meisten afrikanischen Staaten schon die ganze letzte Dekade über mehr als fünf Prozent, teilweise bis zu zehn Prozent. Zudem erreiche der gesamte Kontinent Afrika zusammengenommen bessere Kennwerte als die BRIC-Staaten Russland und Brasilien. Zwei Gründe sollen dafür ausschlaggebend sein:

Ein insgesamt viel gesünderer Stil des Regierens sowie die Einführung der freien Martkwirtschaft in weiten Teilen des Kontinents. Zwar hat der Einbruch der Rohstoffpreise auch für Probleme in der afrikanischen Wirtschaft gesorgt, doch waren die Auswirkungen bei Weitem nicht so intensiv wie zu befürchten gewesen wäre.

Denn die Stabilität der afrikanischen Wirtschaft fusst mittlerweile auf mehreren Säulen, eine davon ist der intensive Handel mit China. In den letzten fünfzehn Jahren ist das Volumen des Handels mit diesem neuen Riesen um den Faktor 100 gestiegen. Und neben China gibt es in den BRIC-Staaten, aber auch in kleineren Wirtschaften wie z. B. der Türkei neue Partner, die Abnehmer und Garanten für den Aufschwung zugleich sind. Auch Deutschland bleibt dabei im Rennen, denn hier stieg das Handelsvolumen ebenfalls um nicht weniger als 25 Prozent an.

Viele neue Handelspartner bei stark gesteigertem Volumen

Dazu kommen entscheidende Verbesserungen an der Infrastruktur des Kontinents. Wir berichteten von der Verlegung eines neuen Unterseekabels, das eine wichtige Internetverbindung beherbergt. Mobiltelefone sind schon lange für viele Afrikaner Standard, bei einer Rate von etwa 35% Handynutzern kann man kaum noch von einer Unterversorgung sprechen.

Bei allen löblichen Zahlen, bei den zusätzlich guten Aussichten aufgrund der vielen, immer noch vorhandenen Rohstoffe in Afrika darf allerdings nicht übersehen werden, dass die Lage für die vielen afrikanischen Staaten höchst unterschiedlich ist. Während südafrikanische Großkonzerne sich immer weiter nach Norden ausbreiten, dabei guten Umsatz machen, versinken einige “gescheiterte Staaten” in Chaos und Armut, ohne dass bei ihnen Hoffnung auf Besserung bestünde. Dabei sollte nicht allein an das zerfallende Somalia gedacht werden, auch andere afrikanische Staaten, vornehmlich solche, in denen zuletzt Bürgerkriege herrschten, haben Schwierigkeiten, am neuen Aufschwung teilzuhaben.

Nicht alle Staaten profitieren gleichermaßen vom Aufschwung

Dennoch ist die positive Situation in vielen afrikanischen Staaten nicht zu leugnen, insbesondere, wenn man die Prognosen mit jenen von noch vor nur zehn Jahren vergleicht, als viele Experten Afrika als “hoffnungslos” bezeichneten. Wie es häufig so ist, mit Prognosen, erwies sich auch diese “Hoffnungslosigkeit” als falsch. Dennoch ist nicht gesichert, dass es mit Afrika auch langfristig weiter aufwärts geht, zu instabil sind vielerorts die Verhältnisse, siehe Einleitung. Hoffnungslos ist der wirtschaftliche Ausblick aber nicht mehr für Afrika.

Creative Commons License photo credit: Salva Barbera


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