Die Tunisreise von Paul Klee
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Die Tunisreise von Paul Klee

12. Januar 2011

Die Farben hatten es Paul Klee angetan

Die Farben hatten es Paul Klee angetan

Nach den vielen Berühmtheiten, die wir hier bereits erwähnt haben, welche in Afrika geboren wurden, folgt heute ein Beitrag zu jemandem Bekannten, der eine Zeit in Afrika verbracht hat und sich dabei sehr beeindruckt zeigte. Es ist kein geringerer als Paul Klee. Wem der Name nichts sagt, der wird zumindest einige seiner Bilder kennen: “An den Wassern zu Babel”, “Der Goldfisch” oder “Die Revolution des Viadukts”.

Paul Klee also weilte eine Zeit lang in Afrika, genauer gesagt in Tunis, und zwar tat er dies vom 3. bis 25. April 1914, kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs also. Dabei wurde er von August Macke und Louis Moilliet begleitet. Macke schuf während dieser Zeit unter Anderem dieses Werk, die “Kairouan III”, doch im Mittelpunkt soll hier Paul Klee stehen, auch wenn man die Reise Klees nicht von der Anwesenheit Mackes und Moilliets trennen kann, denn die Reise wurde später als “Tunisreise” der Maler bekannt und berühmt.

Paul Klee lernt die Farben und vergisst sie nicht mehr

Während des Aufenthaltes in Tunis besuchten die drei auch Karthago, Hammamet und Kairouan, aus dessen Inspiration letztlich diese Bilder entstanden. Alle drei waren schon bei ihrer Ankunft von den Farben und der Atmosphäre in Tunesien schwer beeindruckt, Inspiration gab es allein schon wegen der intensiven Farben allerorten, aber auch durch die orientalische Architektur und den arabischen Alltag. Während die Menschen in Tunesien heute meist modern gekleidet sind, modern bedeutet hier: westlich, in Jeans oder im Anzug, trugen die Menschen in Tunis damals noch traditionelle Kleidung.

Besonders beeindruckt waren sie vom Ort Sidi Bou Said, den sie bereits bei der Anreise mit dem Schiff gesehen hatten. Es ist nicht überliefert, ob es dort war, jedenfalls schreib Paul Klee in sein Tagebuch, dass er diese herrliche Inspiration in Tunesien nie mehr verlieren würde. “Die Farbe hat mich.” Er brauchte sie nicht mehr zu suchen, sie kam zu ihm und war bei ihm seit dem Aufenthalt in Tunesien.

Der Aufenthalt in Karthago ist zwar enttäuschend für Klee, der dort nichts als ein paar Löcher im Boden sieht, doch die Weiterfahrt mit dem Zug nach Hammamet sorgt wieder für größere Freude, wie sie insgesamt bei der Reise unter den dreien herrschte. Klee zeigt sich begeistert von der winkligen Architektur in Hammamet, die sich immer wieder weiter verwinkele. Wer dieses alte Hammamet, von dem Klee schwärmt, besuchen will, kommt leider zu spät. Das heutige touristische Hammamet hat nichts mehr mit dem vom Jahre 1914 zu tun.

Besondere Eindrücke in Kairouan

Den Höhepunkt bildet jedoch der Trip nach Kairouan, dessen alte muslimische Tradition, bezogen auf die Architektur, auch heute noch vorhanden ist. Wie “Tausend und eine Nacht” erscheint Klee dieser Ort, mit farbenfrohen Teppichen, die aus den Fenstern hängen, mit einem “durchdringenden Aroma”. Alle drei malen schließlich diesen Ort, jeder in seiner Art, dennoch gegenseitig beeinflusst.

Nach der Rückkehr nach Tunis reist Klee schließlich früher ab als die anderen beiden, weil er nun genug gesehen hatte. Er war erfüllt. Tunesien hatte ihn mit seinen Farben verzaubert.

Und wer sich wundert, wieso eine derartig weit in der Vergangenheit liegende Reise hier Erwähnung findet, dem sei gesagt, dass die “Tunisreise” der drei Maler im deutschen Kulturraum an Bekanntheit nur noch von der Italienreise Goethes übertroffen wird. Und ganz wie Paul Klee seinen Gönnern, die ihm diese Reise ermöglichten, empfahl, es ihm gleichzutun und Tunis und Tunesien einmal aufzusuchen, so empfehlen auch wir eine Reise ins Tunesien von August Macke, von Louis Moilliet und von Paul Klee.

Creative Commons License photo credit: WomEOS


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1 Kommentar »

  1. [...] jener Form über seine Aufenthalte in Afrika berichtet oder sich davon beeinflusst zeigt. So waren August Macke und Paul Klee einst längere Zeit in Tunesien und ließen vor allem die Farben (Nord-)Afrikas in ihre Werke [...]

    Pingback by Berühmte Menschen reisen in Afrika: Jules Verne | Touring-Afrika: Afrika Blog — 19. Mai 2011 @ 09:02

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