Die Formel 1 in Afrika
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Die Formel 1 in Afrika

10. Januar 2011

Die Formel 1 war schon in Afrika

Die Formel 1 war schon in Afrika

Afrika, das ist doch nur Wüste, Urwald und Savanne, oder nicht? Wo soll da die Formel 1 stattfinden? Noch gibt es keine wirtschaftlich starken Ölgiganten wie im Nahen Osten, die mal eben so eine Formel-1-Rennstrecke aus dem Boden zaubern, egal, wie die Verhältnisse sind und egal, wie viel es kostet.

Doch “die Formel 1 in Afrika” ist ohnehin nicht allein ein Kapitel einer möglichen Zukunft, sondern auch der Vergangenheit. Die Formel 1 war schon in Afrika. Wer sich näher damit beschäftigt, weiß, dass das nicht allzu spektakulär ist, kommt doch sogar ein Formel-1-Weltmeister aus einem der beiden Länder, in denen mal Formel-1-Rennen durchgeführt wurden: Jody Scheckter, Formel-1-Weltmeister der Rennsaison 1979, stammt aus Südafrika, wo auch mehrmals der “Große Preis von Südafrika” durchgeführt wurde. Das andere afrikanische Land, in dem die jeweils schnellsten Boliden ihrer Zeit bereits um Sieg und Ehre fuhren, ist: Marokko, in dem der “Große Preis von Marokko” durchgeführt wurde.

Tödlicher Unfall beim Rennen in Marokko

Während letzterer beinahe schon mehr als 50 Jahre her ist und 1958 auf dem Ain-Diab Circuit in der Nähe von Casablanca durchgeführt wurde — Sieger war der Brite Stirling Moss — vom tödlichen Unfall des ebenfalls Briten Stuart Lewis-Evans überschattet wurde und danach nie wieder stattfand, obwohl die Strecke erst 1957 extra für die Formel 1 gebaut wurde, fand in Südafrika gleich eine ganze Reihe von Rennen statt.

Zur Zeit beläuft sich die Gesamtzahl der Rennen am Kap auf 23, dabei nahm die Formel 1 anders als viele andere Sportarten auch keine Rücksicht auf die Apartheid. Die ersten Rennen fanden 1962, 1963 und 1965 auf der Strecke des Prince George Circuit in East London statt, ab 1967 fuhr man auf dem Kyalami Grand Prix Circuit nördlich von Johannesburg, mit einer Unterbrechung im Jahr 1981 dann schließlich bis 1985. Danach kehrte der Grand-Prix-Zirkus nur noch zwei Mal nach Südafrika zurück: 1992 und 1993.

Zwei verschiedene Rennstrecken besuchte die Formel 1 in Südafrika

Rekordsieger bei den Rennen in Südafrika sind der Schotte Jim Clark und der Österreicher Niki Lauda mit jeweils 3 Siegen. Der Südafrikaner Jody Scheckter kam bei seinen “Heim-Grand-Prix” zwei Mal auf den zweiten Platz. Die schnellste Rennrunde fuhr Nigel Mansell, das letzte Rennen 1993 gewann Alain Prost. Seitdem wartet der südafrikanische Motorsport auf die Rückkehr der Formel 1 in das südlichste Land des Kontinents, die Chancen darauf stehen aber trotz anderer großer sportlicher Ereignisse, die in letzter Zeit in Südafrika ausgetragen wurden und trotz der für das europäische Fernsehpublikum sehr günstigen Übertragungszeiten der Rennen, schlecht.

Weiterhin haben immer neue Erweiterungen und Erschließungen neuer Rennsportmärkte Vorrang vor einer Wiederbelebung des “Großen Preis von Südafrika”. So lebt der gesamte Motorsport in Afrika derzeit nur von der Erinnerung an vergangene Zeiten, und jene, die die Apartheid als Opfer noch aktiv erlebt haben, werden sich ohnehin nur ungerne an diese Zeiten erinnern.

Allerdings gehen in Afrika Veränderungen in letzter Zeit oft recht schnell, so dass niemand weiß, ob sie nicht bald zurückkehrt nach Afrika, dem Herkunftskontinent einer ihrer Weltmeister.

Creative Commons License photo credit: david.orban


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1 Kommentar »

  1. [...] in Südafrika, Eishockey in Südafrika, Formel 1 in Südafrika. Es macht den Eindruck, dass die von uns häufig zitierte Vielseitigkeit Afrikas in diesem Land am [...]

    Pingback by BMX in Südafrika | Touring-Afrika: Afrika Blog — 16. Juni 2011 @ 09:01

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