Immer mehr alte Autos nach Afrika
24. Dezember 2010| Tweet |
Empfänger Afrika erhielt davon etwa 80.000 Wagen insgesamt: Natürlich eine mickrige Zahl angesichts von rund einer Milliarde Einwohner auf dem Kontinent. Durchschnittlich sind diese Wagen nur noch etwa 2.000 Euro wert, und das trotz der Tatsache, dass auch sehr viele Luxusautos nach Afrika ausgeführt werden. Obwohl es eigentlich verboten ist, nicht mehr fahrtüchtige Fahrzeuge von Deutschland aus auszuführen, sind die Kontrollen in dem Bereich sehr schwach und dementsprechend ist die Dunkelziffer hoch.
Der Hamburger Hafenpolizei zum Beispiel fehle es einfach an Personal, um wirksame Kontrollen durchzuführen und mehr als nur ein paar zufällig unglückliche Ausnahmen zu erwischen.
Benin und Nigeria lauten die Hauptziele
Hauptabnehmer in Afrika sind übrigens die beiden Länder Benin und Nigeria, wobei Benin sogar weltweit der zweitgrößte Abnehmer von Gebrauchtwagen ist, hinter Italien. Und auch die Tatsache, dass Italien so weit vorne liegt, erklärt sich ähnlich: Viele Händler in Italien betätigen sich nur als Zwischenhändler und so gehen selbst diese Wagen häufig in den Balkan, in den Nahen Osten oder eben auch nach Nordafrika.
Bemerkenswerterweise berichten einige Quellen, dass es der Hamburger Polizei oft sogar lieber ist, keinen Verantwortlichen dingfest zu machen, der illegal alte Autos ausführt: Neben zusätzlichem Verwaltungsaufwand bliebe die Stadt dann auf den Kosten einer ordnungsgemäßen Entsorgung sitzen. In diesen harten Zeiten für niemanden eine verlockende Angelegenheit.
Kein großes Interesse an Aufklärung
Und so wird es anderen Häfen und Städten ähnlich gehen, was zur Konsequenz hat, dass die Ausfuhren an gebrauchten, ausrangierten Pkw weiter steigen werden, insbesondere natürlich auch nach Afrika, wo man diesen Wagen bei guter Pflege oft noch bis zu weitere 10 Jahre Lebenszeit zutraut. Ohne existierenden TÜV vielleicht auch kein nicht ganz so schwieriges Unterfangen.
photo credit: madle-fotowelt.de -merry christmas for my friends!
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Schlagworte: Altautos, Ausfuhr, Benin, Hafenpolizei, Hamburger Hafen, Kontrolle, Luxusautos, Nigeria





Im Rückblick betrachtet, war die Abwrackprämie keine so schlechte Idee. Es wurde ja seinerzeit befürchtet, dass die Absatzzahlen in den Jahren danach zusammenfallen würden. Das hat sich Dank der sehr guten Absatzzahlen in den USA und vor allem China nicht bewahrheitet. Deutschland ist für die deutschen Autobauer auch nicht mehr der wichtigste Umschlagplatz. Alle erhoffen sich von Asien eine neue Blütezeit.
Kommentar by Rudi Schepke — 29. März 2011 @ 13:27