Mali verschärft Gesetze gegen Homosexualität
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Mali verschärft Gesetze gegen Homosexualität

13. Dezember 2010

Könnte man in Afrika gerne höher hängen: die Fahne der Homosexualität

Könnte man in Afrika gerne höher hängen: die Fahne der Homosexualität

Dass Homosexualität in vielen Ländern Afrikas strafbar ist, dürfte allgemein bekannt sein. Nicht umsonst fand die WM 2010 in Südafrika statt: Hier gibt es zumindest gesetzlich eine Gleichberechtigung homsexueller Paare gegenüber Heterosexuellen, auch wenn das diese weder vor so genannten corrective rapes noch einer weiterhin schlechten Lage der Homosexuellen insbesondere in ländlichen Regionen oder generellen Übergriffen gegen Homosexuelle schützt. Doch in anderen afrikanischen Ländern ist diese Situation noch viel schlimmer als in Südafrika, wobei zumindest gesetzlich häufig nur auf Homosexualität unter Männern eingegangen wird. Geldstrafen, lange Haftstrafen bis hin zur Todesstrafe drohen Männern und Jugendlichen, wenn sie bei homosexuellen Handlungen “erwischt” werden.

In Mali soll diese Misere nun auch noch auf Frauen ausgeweitet werden. An Zynismus kaum zu überbieten ist dabei die Begründung der Regierung in Mali, damit für die Gleichstellung und Mann und Frau wirksam zu werden. Bislang straffrei, wenn auch natürlich nicht ohne gesellschaftliches Stigma, sollen in Zukunft auch Frauen nach homosexuellen Handlungen bestraft werden. Bis zu 14 Jahre Haft drohen den Frauen und Mädchen nun, die es angesichts ihrer Lebenssituation in Ächtung in einem Land voller Irrer an der Regierung und im Parlament ohnehin schon schwer genug haben dürften.

Nun noch mehr Menschen von Verfolgung und Bestrafung bedroht

In großen Teilen ist der Umgang der afrikanischen Gesetzgeber mit Homosexualität ein einziges Trauerspiel, und dieses traurige Kapitel in Mali, eine erneute Verschärfung bzw. Ausweitung der Zahl der zu bestrafenden Personen, setzt in diesem Kapitel einen erneuten Tiefpunkt.

Leider werden auch die Proteste der deutschen Regierung, die die Abschaffung der Bestrafung von Homosexualität zu einem zentralen Leitmotiv ihres Wirkens gemacht hat, kaum Einfluss auf diese Entscheidung der Nationalversammlung von Mali haben. Statt reiner Protestnoten wäre wirksameres Druckausüben auf Mali bzw. seine Volksvertreter nötig, aber auch in den Köpfen der Bürger Malis sollte ein Umdenken gefördert werden. Erneut sieht man, wie viel in Afrika zu tun bleibt, und wie hilflos man teilweise gegen solche mittelalterlich anmutende Vorgehensweisen ist. Ohne dabei zu vergessen, dass es auch in Deutschland und im restlichen westlichen Europas eines längeren Prozesses bedurfte, bis Homosexualität zumindest vom juristischen Aspekt her nicht mehr belangt wurde. Diskriminiert werden Homosexuelle auch hier weiterhin, aber immerhin nicht ins Gefängnis gesteckt wie in Mali künftig auch homosexuelle Frauen.

Creative Commons License photo credit: Joelk75


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