Marokko an der Spitze der Korruption
10. Dezember 2010| Tweet |
So sei es überflüssig, sich überhaupt an Projektleiter zu wenden, die meist keinen Einfluss auf die Entscheidungen hätten. Vielmehr müsse man sich in allen wichtigen Angelegenheiten direkt ans Königshaus wenden. Diese Vorgehensweisen seien inzwischen so weit in die Gesellschaft eingedrungen, dass es beinahe zum natürlichen Umgang mit Entscheidungen gehöre, die Korruption seitens des Königshauses in seinen eigenen Entscheidungen zu berücksichtigen.
Einer der Kernbrennpunkte der weltweiten Korruption
Dazu kommt, dass der König sich laut dieser Meldungen vor dem Militär in Marokko fürchte und dieses als seine größte Bedrohung wahrnehme. In den 1970er Jahren hatte das Militär zwei Mal versucht, einen Putsch durchzuführen, beide Male misslang dieser Versuch zwar. Seitdem ist der König aber stets auf der Hut vor den Machenschaften des Militärs. Doch auch das Militär selbst sei als korrupt —und unfähig — anzusehen.
Marokko also, in vielen Dingen einer der am weitesten entwickelten Staaten Afrikas, im Bereich Korruption aber eines der Schlusslichter — und das sogar auf der ganzen Welt. Ein trauriges, hierzulande oft übersehenes Kapitel in der Darstellung Afrikas, wenn man von den aus touristischer Sicht sehr guten Verhältnissen in Marokko spricht. Schade, denn Besserung scheint zur Zeit nicht in Sicht zu sein.
Dank wikileaks kommt also in vielen Regionen der Erde eine Wahrheit ans Licht, die viele lieber unter den Teppich kehren würden. Wir hier vom Afrika-Blog müssen sagen: Da ist es uns allemale lieber, wenn wir auf diesem Wege davon erfahren, als blauäugig anzunehmen, dass in Marokko Vieles zum Besten bestellt sei. Das Gegenteil scheint in diesem gesellschaftlichen Bereich der Fall zu sein. Traurig genug.
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Schlagworte: Königshaus, Korruption, wikileaks




