Afrikas Aufschwung ist möglich
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Afrikas Aufschwung ist möglich

9. Dezember 2010

Offensichtlicher Mangel an Infrastruktur

Offensichtlicher Mangel an Infrastruktur

Meist häufen sich beim Blick in die Medien die düsteren Prognosen, die schlechten Nachrichten und vor allem Kunde von Gewalt und fehlender Rechtsstaatlichkeit. Dazu kommen die Bedrohungen für Afrika durch den Klimawandel. Doch es gibt auch anderslautende Stimmen. Eine Sammlung von Studien hat die Harvard-Universität kürzlich veröffentlicht, in der Wege aufgezeigt werden, wie Afrika binnen nur einer einzigen neuen Generation unabhängig von der Hilfe durch andere Länder werden könnte.

Dazu muss man sich zunächst die aktuelle Situation anschauen und herausfinden, an welchen Stellschrauben man drehen müsste, damit Afrika auf eigenen Füßen stehen könnte.

Zur Zeit betreiben etwa 70% der Arbeitenden in Afrika Landwirtschaft. Dieser hohe Wert reicht dennoch nicht aus, um die gesamte Bevölkerung zu ernähren, weil teilweise der Ertrag einfach zu niedrig ist, zudem herrscht ein Ungleichgewicht bei der Verteilung der erwirtschafteten Lebensmittel.

Landwirtschaftliche Weiterentwicklung als Schlüssel zum Erfolg

Zwar habe weltweit die Zahl der landwirtschaftlich erzeugten Lebensmittel in den letzten Jahrzehnten dramatisch zugenommen, doch ausgerechnet in Afrika sei die Entwicklung gegenteilig verlaufen. Dort habe man immer mehr auf Exportgüter wie Kakao oder Kaffee gesetzt, und dabei die Versorgung der eigenen Bevölkerung vernachlässigt.

Und das, obwohl die grundsätzlichen Voraussetzungen für das Betreiben von Landwirtschaft kaum irgendwo besser seien als in Afrika. Klingt angesichts der momentanen Verhältnisse vielleicht etwas merkwürdig, ist aber so: Afrika verfügt über riesige nutzbare Flächen, auch die Zahl der Arbeitskräfte ist mehr als ausreichend. Es hapert allerdings an so Aspekten wie Strom- und Wasserversorgung. Diese gilt es entscheidend zu verbessern.

Ein weitere infrastruktureller Mangel müsse behoben werden: die schlechten Straßennetze. Sie sind zu klein, zu kümmerlich und viel zu häufig in schlechtem Zustand, so dass die Bauern ihre Waren gar nicht bis zum nächsten Markt schaffen können. Verbessert sich dieser Aspekt in Afrika in nötigem Ausmaß, so könnte auch ein anderer Mangel behoben werden: Die Weitergabe von Wissen und Informationen auf dem Mund-zu-Mund-Wege. Viele Bauern nutzten veraltete Methoden, weil ihnen die neuen Erkenntnisse der Landwirtschaft nicht bekannt gemacht werden (können).

Wasser, Strom, Straßen und Informationen müssen zugänglicher werden

Versorgung mit Internet-Zugang wäre da erst ein wesentlich späterer Schritt, der natürlich ebenso das Informationsdefizit zu bekämpfen helfen könnte.

In dieser Reihenfolge also sollte es vorgehen, wobei es natürlich ebenso angezeigt ist, möglichst alles gleichzeitig zu entwickeln: Bewässerung der landwirtschaftlichen Flächen ermöglichen, Stromversorgung sicherstellen und die Infrastruktur so ausbauen, dass die Erzeugnisse auch die jeweiligen Interessenten erreichen können. Dazu eine Verbesserung der Informationslage, und fertig ist die positive Vision für die Entwicklung Afrikas. Dass solche Maßnahmen nicht zwangsläufig horrende Summen verschlingen müssen, haben die letzten Beiträge hier auf touring-afrika.de demonstriert.

Und auch wenn Prognosen leider die Tendenz dazu besitzen, schneller widerlegt zu sein, als man sie ausdrucken kann, sind diese gesammelten Studien der Harvard-Universität ein echter Hoffnungsschimmer am Entwicklungs-Horizont von Afrika.

Wer Zweifel daran hat, dass sich diese Maßnahmen innerhalb nur einer Generation umsetzen lassen, dem sei beschieden, dass in vielen Ländern Afrikas schon seit Jahren Ausbaumaßnahmen und Verbesserungen des Straßennetzes geplant sind, in weiten Teilen sogar bereits umgesetzt werden. So lange die politische Stabilität gegeben ist, kommt dieser Ausbau auch voran und ermöglicht vielen Ländern in Afrika eine positive Weiterentwicklung.

Creative Commons License photo credit: stringer_bel


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